Mordkommission ermittelt: Zwei Albaner bei Schießerei in Friedrichstadt verletzt
VON FRANK VOLLMER - zuletzt aktualisiert: 02.07.2008 - 07:13Düsseldorf (RPO). Die Polizei hat zwar zwei Albaner festgenommen, die an der Schießerei in der Jahnstraße beteiligt waren. Die beiden Männer aber verweigern die Aussage. Unklar sind auch die Motive - möglicherweise gab es Streit um Drogen.
Wahrscheinlich sieben Schüsse, mindestens zwei Verletzte, zwei Fluchtautos, vier Gramm Kokain - was am späten Montagabend in Friedrichstadt geschah, stellt Polizei und Staatsanwaltschaft bisher vor ein Rätsel. Denn alle Beteiligten haben bisher die Aussage zu der Schießerei und ihrer Vorgeschichte verweigert.
Gegen 23.15 Uhr hatten erschrockene Anwohner die Polizei alarmiert, weil vor dem „Café As“ in der Jahnstraße Schüsse fielen. Als wenige Minuten später die ersten von schließlich 15 Streifenwagen eintrafen, fanden die Beamten zwar sieben Patronenhülsen auf dem Gehsteig und Blutspritzer auf dem Asphalt - die Beteiligten aber waren schon in zwei Autos geflüchtet.
Einen der Wagen hielten die Polizisten unmittelbar darauf nur wenige Meter entfernt an: an der Ecke Friedrichstraße/Luisenstraße. In dem BMW fanden sie zwei Verletzte: einen 33-Jährigen mit einer Platzwunde am Kopf und einen 35-Jährigen mit einem Oberschenkeldurchschuss und einem Streifschuss in der Kniekehle. Das Schussopfer hatte 4,2 Gramm Kokain bei sich und war zudem mit einem falschen Ausweis unterwegs.
Beide Männer seien Albaner und des Deutschen mächtig, sagte gestern Kriminalhauptkommissar Udo Moll, der Leiter der 14-köpfigen Ermittlungskommission: „Aber wir stoßen auf eine Mauer des Schweigens.“ Auch der Besitzer des „Café As“, ebenfalls ein Albaner, hat sich bisher nicht geäußert.
Die beiden Verletzten wurden ins Krankenhaus gebracht. Das Schussopfer wird dort noch behandelt. Der Mann soll aber wegen des Drogenbesitzes bald dem Haftrichter vorgeführt werden. Der 33-Jährige mit der Platzwunde sitzt bereits in Polizeigewahrsam. Der Mann hat ausgesagt, er sei mit einer Eisenstange geschlagen worden. Nicht auszuschließen sei, dass die beiden Verletzten ebenfalls geschossen hätten, sagte Staatsanwalt Christoph Kumpa.
Die Staatsanwaltschaft glaubt nicht, dass der unbekannte Schütze den 35-Jährigen umbringen wollte. Kumpa: „Wir gehen derzeit von gefährlicher Körperverletzung aus.“ Eventuell habe es vor der Schießerei einen Streit um Drogen gegeben - darauf deute der Kokainfund hin.
Die Jahnstraße am „Café As“ war gestern mit gelben Kreisen, Kreuzen und Pfeilen übersät - den Hinterlassenschaften der Spurensicherung. Eine Glasscheibe des Lokals war zersplittert und mit Sperrholz abgedeckt, das Lokal selbst von den Ermittlern versiegelt.
Ein Anwohner sagte, früher habe es rund um das „Café As“ mehr Unruhe gegeben als in letzter Zeit. Immer wieder einmal aber gebe es vor dem Lokal lautstarke Streitereien. Chefermittler Udo Moll meinte zwar, das „Café As“ sei bislang „nicht übermäßig in Erscheinung getreten“. Der Kunde im direkt benachbarten Fahrradladen wurde da allerdings deutlicher: „Das ist eine üble Ecke hier.“
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.





