Düsseldorf: Zwei Architekten für den Kö-Bogen
zuletzt aktualisiert: 02.11.2008 - 10:21Düsseldorf (RPO). Der eine bevorzugt klare, oft organische Formen, der andere setzt auf Geometrie, die er auf seine ganz eigene Art zusammenfügt. Der eine gilt als neuer Star der Szene, der andere ist es seit Jahren. Jürgen Mayer H. und Daniel Libeskind sind im Wettbewerb um die Bebauung des Jan-Wellem-Platzes. Auf jeden Fall wird in Düsseldorf etwas Besonderes entstehen.
Jürgen Mayer H.
Privat Am 30. Oktober 1965 in Stuttgart geboren, lebt in Berlin, ledig. Ausbildung Architektur-Studium in Stuttgart, an der Cooper Union in New York sowie an der Princeton University (USA, New Jersey). Wichtigste Projekte Metropol Parasol: Die Plaza de la Encarnacion in Sevilla wird neu gestaltet, an der Oberfläche entstehen Schatten spendende, pilzförmige Bauten und eine Markthalle. Stadthaus Scharnhauser Park in Ostfildern: Mit diesem Entwurf gewann Mayer das erste Mal bei einem Wettbewerb, Fach-Magazine loben die Leichtigkeit des Baus. Mensa Moltko auf dem Campus der Hochschule in Karlsruhe: Die Fassade wird unterbrochen von einem dschungel-artigen Geflecht schräger Stützen, für das Interior wird Mayer mit dem Contractworld Award 2009 ausgezeichnet, dem höchstdotierten europäischen Preis für Inneneinrichtung. Das Bürohaus Ada 1 an der Hamburger Alster nimmt Ideen der 70er Jahre auf, die Privatvilla Dupli.Casa wirkt wie in die Landschaft gegossen. Lehre u.a. an der Harvard University (Boston), Kunsthochschule Berlin, Columbia University (New York), Metropolis (Barcelona) und Toronto University. Büro Studio J. Mayer H. 1996 gegründet, knapp 40-köpfiges Team arbeitet in den Bereichen Architektur, Design, Neue Technologien. Internet: www.jmayerh.de
Das Projekt Kö-Bogen
1. Bauabschnitt Auf dem Jan-Wellem-Platz sollen Neubauten entstehen, der Verkehr zwischen Blumenstraße, Heinrich-Heine-Allee und Berliner Allee durch Tunnel fließen.
2. Bauabschnitt Die Hochstraße Tausendfüßler soll abgerissen werden, der Autoverkehr zwischen Weyhe-Allee und Immermannstraße durch Tunnel fließen.
Daniel Libeskind
Privat Am 12. Mai 1946 in Lodz, Polen, geboren. Als Siebenjähriger spielte er im polnischen Staatsfernsehen Akkordeon, Libeskind lebte in Israel, New York und Berlin, lebt jetzt wieder in New York; verheiratet, drei Kinder. Wichtigste Projekte Jüdisches Museum Berlin: Der 1999 eröffnete Neubau machte Libeskind weltberühmt. Von oben gesehen hat das Gebäude die Form eines Blitzes, angelegt ist es als zerbrochener Davidstern. „Freedom Tower“ auf dem Gelände des von Terror-Attacken zerstörten World Trade Centers in New York: Dass er 2003 den Wettbewerb gewann, war der bisherige Höhepunkt in Libeskinds Karriere. Sein Entwurf, der im Laufe des Diskussionsprozesses stark verändert wurde, sah fünf spiralförmig aufsteigende Hochhäuser vor. Das höchste - „Freedom Tower - sollte an die amerikanische Unabhängigkeitserklärung erinnern. Westside: Libeskinds erstes Einkaufs- und Freizeitzentrum, das am Rande Berns entstand. Mit einer zerbrochen wirkenden Holzfassade überspannt es eine Autobahn. Lehre Professor für Architekturgeschichte, unterrichtete u. a. in Harvard und Yale, in Neapel, Chicago, Berlin, Zürich und Amsterdam. Büro in direkter Nachbarschaft zu „Ground Zero“ in New York, rund 70 Mitarbeiter, weitere an Standorten wie Zürich oder Mailand. Internet: www.daniel-libeskind.com
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