Wassersport: 116 Boote bei der Rheinwoche
zuletzt aktualisiert: 08.05.2008 - 09:16Nicht nur auf den Meeren dieser Welt schaukelt es ganz gehörig. Auch auf dem Rhein muss man Seetüchtigkeit bewiesen. Auch wenn man sich mit einer vier Meter langen „Nussschale“ namens „Pirat“ auf Deutschlands größten Strom wagt, kann einem anders werden. Die Strömung, die Bug- und Heckwellen der Berufsschifffahrt lassen so ein Segelbötchen ordentlich auf und nieder hüpfen.
Von diesen Aussichten lassen sich aber die zehn „Piraten“, die für die Rheinwoche 2008 gemeldet haben, nicht schrecken. Im Gegenteil, sie freuen sich auf die 154 Kilometer lange Herausforderung bei Europas längster Fluss-Regatta. Es kann aber auch gar nichts Schlimmes passieren. Sieben Begleitfahrzeuge der DLRG und zwei Schiffe der Wasserschutzpolizei sorgen während der Regatta für Ordnung. Insgesamt nehmen 116 Segelboote zwischen vier und 15 Metern Länge die fünf vom Düsseldorfer Yachtclub (DYC) organisierten Etappen in Angriff.
Sportlich gut bestückt
Am Samstag macht die Rheinwoche in der Landeshauptstadt Station. Die Organisatoren rechnen, dass gegen 16 Uhr die Rheinwoche-Flotte an der Altstadt vorbei segelt. Um 17 soll der Zieleinlauf unterhalb der Theodor-Heuss-Brücke sein. Die stärkste Bootsklasse stellen in diesem Jahr die H-Boote. Aber nicht nur, weil 16 dieser Dreimann-Kielboote auf der Meldeliste stehen. Auch sportlich ist die H-Boot Klasse bestens bestückt. Der Niederländer Hans Peulen (Weltmeister 2007, Internationaler Schweizer Meister 2007, Sieger Kieler Woche 2006, Internationaler Deutscher Vizemeister 2004) trifft auf den DYC-Spitzensegler Carsten Kemmling (dreifacher Deutscher Match Race Meister, DM Flying Dutchman 1989, EM-Dritter 1990), den Berliner Thomas Kausen (Deutscher Meister 2002, Internationaler Deutscher Meister 2007) und den Bayern Dirk Stadler (zwei Mal Deutscher Meister, Internationaler Vize-DM 2007, zwei Mal Sieger Kieler Woche, drei Mal Vizeweltmeister, zwei Mal A-Cat Europameister). „In dieser Bootsklasse erwarten wir die härtesten Positionskämpfe“, meint DYC-Rheinwoche-Chef Guido Körbes.
Anders als bei den Segelregatten auf dem Meer kann man vom Rheinufer aus das ganze Feld wunderbar beobachten. Richtig interessant ist es in den Rheinbögen. „Beispielsweise vor dem Landtag wird sich einiges entscheiden. Da ist auch Taktik gefragt. Nimmt man die Außenbahn und die schnellere Strömung, oder den kürzeren Weg mit weniger Strömung? Diese Frage muss individuell beantwortet werden“, sagtKörbes.
86.Rheinwoche (10. - 12. Mai 2008). Fünf Etappen (insgesamt 154 km lang): Porz - Hitdorf (27 km), Hitdorf - Düsseldorf (40 km), Düsseldorf - Duisburg (33 km), Duisburg - Wesel (34 km), Wesel - Rees (20 km). 116 Boote (40 verschiedene Bootstypen). Die Teilnehmer 2008 kommen aus der Schweiz, den Niederlanden und Deutschland.
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