Tischtennis: 17 Plätze in 13 Monaten
VON TINO HERMANNS - zuletzt aktualisiert: 09.11.2006 - 09:00Christian Süß hat einen Traum: Der Tischtennis-Profi will zu den Olympischen Spielen nach Peking. Dafür muss er aber in der Weltrangliste weiter nach oben: Die nächste Chance dazu gibt es ab Freitag in Bayreuth.
Christian Süß hat sich viel vorgenommen: Ende 2007 möchte der 21-Jährige unter den Top-30 der Weltrangliste stehen und dabei mindestens zweitbester Deutscher sein. Dann hätte der Tischtennis-Profi von Borussia Düsseldorf die direkte Qualifikation für die Olympischen Spiele 2008 in Peking in der Tasche. Aktuell rangiert Süß auf Weltranglistenplatz 47.
„Um mein Ziel zu erreichen, muss ich international auch mal etwas gewinnen, um so Punkte zu sammeln“, weiß Süß. Ob er sich ab Freitag bei den Liebherr German Open, einem der insgesamt 27 Pro-Tour-Turniere - die für die Weltrangliste zählen - als „Eichhörnchen“ betätigt, ist fraglich. Seine Form und seine mentale Verfassung lassen nicht unbedingt auf „Wunderdinge“ in Bayreuth hoffen. Beim Endrundenturnier des Deutschen Pokals trat der 21-Jährige dreimal an die Platte und ging dreimal als Geschlagener wieder weg.
„Daraus muss er die Lehren ziehen und etwas tun. Da bin ich brutal, Selbstmitleid gibt es nicht“, erklärt Borussen-Trainer Dirk Wagner. Süß hat das Debakel aber noch nicht so richtig verarbeitet: „Ich habe mir für Bayreuth bewusst keine Ziele gesetzt. Ich werde mein Bestes geben und am Ende gucken, was dabei raus kommt.“
Morgen trifft der Borusse in Runde eins auf einen Qualifikanten. In Runde zwei könnte Süß auf den Ex-Düsseldorfer Koji Matsushita treffen. Der ist derzeit 40. der Weltrangliste. Also kein unüberwindbares Hindernis. Im Doppel, an der Seite von Timo Boll, ist Süß sogar an eins gesetzt und damit der Top-Favorit auf den Titel.
Neben Süß sind auch die vier anderen Borussen aus dem Bundesligakader in Bayreuth aktiv. Petr Korbel und Danny Heister sind direkt für das 64er-Hauptfeld qualifiziert, Jun Mizutani und Bartosz Such müssen sich erst durch die Qualifikation spielen. „Jun muss nicht nur die Qualifikation überstehen, sondern auch eine Runde des Hauptfelds. Er hat die Qualität und ist mittlerweile ein Mann dafür“, erläutert Wagner. Er sieht auch Such im Hauptfeld. „Bartosz ist so gut, dass er dazu gehört“, meint der Trainer. Korbel hat sogar noch die Chance, das Grand Final - das Jahresendturnier der weltweit 16 besten Tischtennisspieler - zu erreichen. Derzeit ist der Tscheche auf Rang 20 der Wertung platziert.
Die German Open, bei denen es auch um 100000 US-Dollar Preisgeld geht, sind für deutsche Spieler eine gute Möglichkeit, Weltranglistenpunkte zu sammeln. Denn es sind nur wenige Asiaten am Start, was die Chancen der Europäer erhöht. Für Christian Süß kann aber schon in der dritten Runde das Aus kommen. Dann träfe er auf den Weltranglistenzweiten - seinen Doppelpartner Timo Boll.
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