Tischtennis: Boll hält sich für Süß bereit
VON TINO HERMANNS - zuletzt aktualisiert: 27.11.2010 - 10:21Die Nummer eins der Borussia ist im Match der Deutschen Tischtennis Liga gegen Plüderhausen Ersatzmann für die mit Rückenbeschwerden kämpfende Nummer zwei. Trainer Heister ist es egal, wer von beiden aufläuft.
Dass der Weltranglistenzweite und 13-malige Tischtenis-Europameister Timo Boll in einem Team der Deutschen Tischtennis Liga (DTTL) "nur" Ersatz ist, ist dem Linkshänder auch noch nicht oft widerfahren. Doch bei der Borussia könnte Boll in der DTTL-Partie gegen den SV Plüderhausen (morgen, 14 Uhr, Arag CenterCourt am Staufenplatz) einspringen. Wahrscheinlich muss er den amtierenden Doppel-Europameister Christian Süß ersetzen. Der hatte sich im letzten Liga-Spiel gegen den TTC Ruhrstadt Herne einen Wirbel ausgerenkt. "Wir haben frühzeitig mit Timo gesprochen. Er befindet sich nach seinem Urlaub zwar noch in der Aufbauphase und hat seit dem World Cup Ende Oktober in Magdeburg keinen Wettkampf mehr bestritten, aber er steht uns zur Verfügung, wenn wir ihn brauchen", lobt Borussen-Coach Danny Heister die Einsatzbereitschaft seiner Nummer eins.
Die endgültige Entscheidung ob Boll oder Süß, wird heute im Laufe des Tages gefällt. Nur wenn Süß richtig fit ist und auch das DTTL-Spiel am kommenden Sonntag in Grenzau durch einen Einsatz morgen nicht gefährdet ist, wird der 25-Jährige eingesetzt. Eine Schwächung des Borussen-Teams durch "Ersatzmann" Boll ist aber auch nicht zu erwarten. Schlüpft er doch nur in die Rolle des "Notstopfens", weil die Saisonplanungen der Borussia und die des 29-jährigen Tischtennis-Superstars eine Beteiligung im Plüderhausen-Match nicht vorsahen. Und, weil Coach Heister seinen Einsatz am Tisch aus der Champions League-Begegnung in Angers nicht wiederholen wird.
Ob mit oder ohne Boll, der verlustpunktfreie DTTL-Primus aus Düsseldorf ist gegen die derzeitige Nummer sieben des Rankings im Heimspiel favorisiert. Doch leichtes Spiel werden die Gastgeber nicht haben, denn zuletzt bezwang die Mannschaft aus dem Regierungsbezirk Stuttgart die als Play-off-Kandidaten eingeschätzten Grenzauer. Der Hongkong-Chinese Leung Chu Yan und Aleksandar Karakasevic haben zuletzt ihre Form gefunden. Gerade Leung hat schon mehrfach bewiesen, dass er auch gegen Gegner vom Kaliber Süß mithalten kann, er hatte den Borussen schon am Rande einer Niederlage. Und auch "Kara" ist in seiner derzeitigen Form jederzeit für einen Sieg gut.
Als Plüderhausens Nummer drei wird voraussichtlich der Tscheche Jiri Vrablik auflaufen. Heister ist es egal, ob Süß fit wird oder Boll einspringt. Für Boll könnte ein Einsatz sogar Vorteile haben, glaubt der Trainer: "Für ihn könnte es auch ein kleiner Test für den VW Cup, der ab Dienstag in Braunschweig gespielt wir sein." Und dieser mit 250 000 Dollar dotierte Cup ist immerhin das wertvollste Tischtennis-Turnier der Welt.
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