Tischtennis: Borussia im Halbfinale
VON TINO HERMANNS - zuletzt aktualisiert: 08.01.2007 - 10:11Dem Tischtennis-Bundesligisten glückte im ETTU-Pokalwettbewerb ein erstaunlich leichter 3:0-Erfolg über die Mannschaft aus Metz. Der starke Christian Süß gewann das Match des Abends.
Dirk Wagner, Trainer der Düsseldorfer Borussia, war soeben ein Stein vom Herzen gefallen. Sonst hätte er auch gar nicht so federleicht in die Höhe springen können. Mit einem jubelnden „Jaaaa“ und geballten Fäusten löste sich beim Tischtennis-Coach die Spannung. Grund der ausgelassenen Freude war der verwandelte Matchball von Christian Süß. Der 21-Jährige hatte im Viertelfinale des Pokals der Europäischen Tischtennis Union (ETTU) gegen Panagiotis Gionis vom SMEC Metz den zweiten und vorentscheidenen Punkt geholt. Am Ende stand ein erstaunlich leicht heraus gespielter 3:0-Erfolg der Borussen und damit der Einzug ins ETTU-Pokal-Halbfinale. „Ich bin rundrum zufrieden. Christians Sieg zum 2:0 war der Knackpunkt. Danach war der Widerstand der Franzosen gebrochen“, meinte Wagner.
Den Auftakt vor 1300 Zuschauern machte Petr Korbel. Sein 3:1 über den Ex-Borussen Martin Monrad war hart erarbeitet. Korbel wirkte im gesamten Match nicht richtig frei, spielte verhalten. Monrad hingegen hatte gegen den auf der Weltrangliste mehr als 70 Plätze besser platzierten Düsseldorfer nichts zu verlieren, spielte locker drauf los. „Petr war sich seiner Verantwortung im Auftaktmatch bewusst. Jeder hat erwartet, dass er Monrad von der Platte fegt“, erläuterte Wagner. Da war er mit dem Arbeitssieg durchaus einverstanden. Was folgte, war das beste Match des Abends.
Zwei unterschiedliche Spielphilosophien trafen aufeinander. Süß versuchte, durch eigene Angriffe Punkte zu erzielen. Gionis hingegen wollte durch gekonnte Abwehraktionen seinen Gegner zu Fehlern zwingen. Süß hatte den Ruf, gegen Abwehrspezialisten seine Probleme zu haben. „Ich habe nicht im Kopf, schlecht gegen Abwehrspieler zu spielen“, meinte Süß noch. Und das bewies der Düsseldorfer. Er kontrollierte in drei von vier Sätzen das Geschehen, ließ sich auch von gelegentlichen Kontern nicht aus der Ruhe bringen und behielt am Ende verdient die Oberhand.
„Christian hat hervorragend gespielt. Er hat ein phantastisches Spielverständnis gezeigt, auf taktische Umstellungen von Gionis schnell reagiert“, lobte Wagner. Den Einzug ins Halbfinale machte Danny Heister perfekt. Der Niederländer ließ dem Ex-Borussen Philippe Saive keine Chance. Auch, weil Saive nur noch ein Schatten seines früheren Leistungsvermögens an und auf den Tisch bringt. Der 35-Jährige war einmal die Nummer 26 der Welt. Heister brauchte nicht zu glänzen, sondern nur konzentriert den Ball im Spiel halten, um Saive mit 3:0 in die Schranken zu weisen. Für die meisten Punkte des Düsseldorfers sorgte Saive durch viele Fehler selbst.
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