Tischtennis: Borussia ist gefordert
VON TINO HERMANNS - zuletzt aktualisiert: 27.04.2007 - 08:52Deutschlands Tischtennis-Rekordmeister greift nach dem Europapokal. Heute beginnt um 19.30 Uhr das Hinspiel um den ETTU-Cup in Würzburg. Am Sonntag (15 Uhr) erwarten die Borussen in der Bundesliga Jülich.
Im Gebälk des Borussia-Hauses hatte es ordentlich gekracht. Nach einer fast peinlichen Leistung im letzten Tischtennis-Bundesligaspiel beim Tabellenletzten in Tündern, wo nur ein dünner 6:4-Erfolg heraussprang, hatten sich Manager Andreas Preuß und Cheftrainer Dirk Wagner ihre Schützlinge zur Brust genommen. „Der Dachstuhl steht aber noch. Es ging auch nicht darum nachzukarten, sondern ähnliche Einstellungsprobleme demnächst vermeiden zu können“, sagt Wagner.
Klar ist, dass Christian Süß, Petr Korbel, Jun Mizutani, Danny Heister und Bartosz Such in den beiden anstehenden Begegnungen bis an ihre Leistungsgrenze gehen müssen. Im Pokal der Europäischen Tischtennis Union (ETTU) steht heute (19.30 Uhr) das erste Finalspiel bei Müller Würzburger Hofbräu an, und am Sonntag geht es im letzten Spiel der normalen Bundesligarunde am Staufenplatz gegen den TTC Jülich um die Verteidigung des dritten Tabellenplatzes. „Mit Dienst nach Vorschrift kommen wir nicht weit“, meint Wagner.
Die Versuche, die Düsseldorfer Cracks in die Erfolgsspur zurückzubringen, fielen unterschiedlich aus. Den 35-jährigen Tschechen Korbel schickte Wagner in die Heimat, um den Kopf frei zu bekommen und seine Handverletzung in Ruhe auszukurieren. Süß wurde viel beschäftigt, um nach dem EM-Hoch mit zwei Titeln wieder im Alltag Fuß zu fassen. Und Mizutani, gerade erst 17 Jahre alt, wird immer wieder auf Linie gebracht.
Vier Jahre nach dem bislang letzten Gewinn der Deutschen Meisterschaft ist es laut Süß an der Zeit, mal wieder einen Titel - und sei es einen Europapokal - nach Düsseldorf zu holen: „Wir waren zuletzt immer wieder ganz nah dran, haben es aber letztlich nicht geschafft. Daher sind wir nun richtig heiß, den Pott zu gewinnen.“ Dem Trainer zufolge stimmt die Einstellung, aber leicht werde es nicht. „Das Problem ist, eine gleich gute Mannschaft in zwei Spielen im Gesamtergebnis zu schlagen“, erklärt Wagner im Hinblick auf den ETTU-Pokal.
Auf dem Papier ist die Meisterschaftsbegegnung mit Jülich eine lösbare Aufgabe. Die Borussia ist bereits für die Play-offs qualifiziert, Jülich ist Vorletzter. „Aber die Jungs sind zu beachten. Sie haben viele Spiele nur ganz knapp verloren“, berichtet Wagner. Außerdem trainieren die Jülicher am Staufenplatz und wollen den Hausherren zeigen, dass sie konkurrenzfähig sind. Der Trainer hat sicherheitshalber eine gut klingende Devise ausgegeben: „Konzentriert reingehen und den Hintern zur rechten Zeit schnell bewegen.“
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