Tischtennis: Borussia ist wieder ganz oben
VON TINO HERMANNS - zuletzt aktualisiert: 01.03.2010 - 08:28Deutschlands Tischtennis-Rekordmeister hat die Tabellenspitze der DTTL zurückerobert. Trinko Keen, Christian Süß und Seiya Kishikawa gewannen in Frickenhausen unerwartet deutlich 3:0.
Die Tischtennisspieler Borussias müssen die Konkurrenten des SV Werder Bremen in dieser Saison einfach mögen. Zunächst bedienten sich die Borussen im SVW-Spielerkader, lotsten in Seiya Kishikawa und Trinko Keen gleich zwei Akteure an den Rhein. Wobei Kishikawa sich als echte Verstärkung entpuppte. Und jetzt bezwangen die abstiegsbedrohten Bremer überraschend den Tabellenführer der Deutschen Tischtennis Liga (DTTL), TTC Fulda-Maberzell.
Diese Steilvorlage konnten sich die Düsseldorfer nicht entgehen lassen. Nach ihrem überraschend klaren 3:0-Sieg beim Deutschen Meister der Jahre 2006 und '07, dem TTC Frickenhausen, holten sich die Borussen die Tabellenführung zurück. "Solche Situationen muss man gnadenlos ausnutzen. Das haben wir heute gemacht", sagte Borussen-Coach Dirk Wagner erfreut.
Es hatte ein Duell auf Augenhöhe werden sollen, die Weltranglistenplätze der jeweiligen Protagonisten liegen ja dicht beieinander. Und es gab noch einen "Ausgleich": Frickenhausen verzichtete auf seine eigentliche Nummer eins Tan Rui Wu, der nach einem unerlaubten Einsatz für einen Klub bei den arabischen Meisterschaften die fristlose Kündigung erhielt, Borussia trat verletzungsbedingt ohne ihren Besten, Timo Boll, an.
Doch dann nahmen die Düsseldorfer sich am Wetter ein Beispiel und kamen wie ein Sturm über die Frickenhausener. Direkt nach dem unerwarteten Sieg von Trinko Keen über Kenta Matsudaira war der Widerstand der Baden-Württemberger gebrochen. Keen verpasste dabei sogar nach einer 10:8-führung im ersten Satz ein deutlicheres Ergebnis. "Da haben wir schon gehofft. Aber wie er dran geblieben ist, einen 0:2 Satzrückstand dann noch umgebogen hat, war erstklassig", analysierte Wagner.
Boll-Stellvertreter Christian Süß zeigte sich mental und körperlich frisch. Nur bis zum 8:8 im ersten Satz konnte sein Gegenüber Fabian Akerström mithalten, danach spielte nur noch einer am Tisch. Seiya Kishikawa, als Borussias Nummer drei aufgeboten, sah zudem gut bei Süß hin und ließ dem Ex-Borussen Bastian Steger nicht den Hauch einer Siegchance. "Kishi hat taktisch sehr gut gespielt. Er hat Bastian immer wieder so angespielt, wie er es gar nicht mag", urteilte der Coach.
Schade eigentlich, dass jetzt vier Wochen DTTL-Pause anstehen. Doch bei den Deutschen Einzelmeisterschaften (5. bis 7. März in Trier) kann Süß seine gute Form erneut beweisen.
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