Leichtathletik: Ceplak - blonde Mähne weht wieder
VON GUSTAV SCHWENK - zuletzt aktualisiert: 01.02.2007 - 08:33Sportler kehren gerne an den Ort ihres größten Erfolges zurück. Vor allem nach schweren Zeiten. Mittelstrecklerin Jolanda Ceplak lieferte eine Woche vor ihrem Start beim „International Athletics PSD Bank Meeting“ (6. Februar) ein neues Beispiel, dass positive Erinnerungen ein guter Ansporn sein können. Bei ihrem ersten Hallenstart seit 2005 lief die Slowenin im Wiener Dusika-Stadion, wo sie bei der Hallen-EM 2002 mit einem bis heute gültigen 800-m-Hallenweltrekord (1:55,82 Minuten) triumphierte.
Seither hatten sie Verletzungen behindert. Vor allem 2005. Die Frau, deren Markenzeichen lange beim Laufen nach hinten fliegende blonde Haare waren, musste die Saison zwei Monate früher als vorgesehen beenden. Für einen Neuanfang wechselte die aus Steuergründen in Monte Carlo wohnende Tempobolzerin zu dem aus Leipzig stammenden Trainer ihrer früheren Erzrivalin Stephanie Graf.
Helmut Stechemesser war nach einer Mittelstreckler-Laufbahn ab 1984 in der DDR als Sportmediziner mit dem Schwerpunkt Leistungsdiagnostik von Ausdauersportarten tätig. 1991 ging er nach Österreich. Nicht allzu weit von der österreichisch-deutschen Grenze ist er seit einigen Jahren in Aspach (Innviertel) für die Rehabilitation nach Sport- und Unfallverletzugen zuständig. Der Trainerwechsel scheint sich zu lohnen.
„Jolanda Ceplak meldet sich in der Weltklasse zurück“, so vermeldete es der Internet-Dienst des Europaverbandes EAA mit Recht. Die derart gelobte Mittelstrecklerin verkündete nach dem mit fünf Sekunden Vorsprung begonnenen Comeback: „Mit stärkeren Gegnerinnen kann ich noch schneller laufen.“ Wie viel sie sich schon jetzt wieder zumutet, zeigt das sehr anspruchsvolle Programm der 30-Jährigen für Anfang Februar: Stuttgart (3.), Düsseldorf (6.), Leipzig (9.) und Karlsruhe (11.).
„Sie will möglichst bald wissen, wo sie genau steht“, kommentiert ihr Manager Robert Wagner am Ende einer für ihn auch noch aus einem anderen Grund wichtigen Veranstaltung. Der frühere Bahnhofsvorsteher, der einer der wichtigsten Athleten-Manager der Welt wurde, betrat am 30. Januar Neuland. Er ist Chef einer Firma, die Wetten auf Ergebnisse bei Leichtathletik-Veranstaltungen annimmt. Der Wettkampf in Düsseldorf gehört dazu.
Den Wunsch von Jolanda nach viel stärkerer Konkurrenz kann Meeting-Direktor Marc Osenberg am 6. Februar in der Leichtathletikhalle des Arena-Sportparks erfüllen. Schließlich lief die ebenfalls für den Auftritt in Düsseldorf verpflichtete Russin Olga Kotljarowa mit 1:57,51 Minuten die schnellste Zeit der Hallensaison 2006.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





