DEG: Acht Strafzeiten im ersten Drittel
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 31.03.2009 - 07:15(RP). Große Teile des ersten Halbfinalspiels in der Deutschen Eishockey Liga mussten die Metro Stars in Unterzahl absolvieren. Die Hannover Scorpions nutzten ihre Powerplay-Chancen gnadenlos aus.
Auf der Strafbank gewinnt man keine Spiele. Eine ziemlich alte, aber auch ziemlich zutreffende Weisheit. Irgendwie fand diese Erkenntnis aber in keinster Weise den Weg in die Köpfe der Spieler der Düsseldorfer EG. Im ersten Halbfinalspiel der Deutschen Eishockey Liga bei den Hannover Scorpions präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Harold Kreis unerklärlich undiszipliniert. Weil dieser Mangel noch mit totaler Harmlosigkeit im Angriffsspiel einher ging, war die Konsequenz nur logisch: ein völlig verdientes 2:5 (0:3, 0:1, 2:1).
Rekordverdächtig: Acht Strafzeiten kassierte die DEG im ersten Drittel – davon fast alle berechtigt, gleich drei Mal spielten die Rot-Gelben in doppelter Unterzahl. Die meisten Fouls waren völlig unnötig, teilweise sogar dumm. Auch wenn sich Manager Lance Nethery furchtbar über die Strafe gegen Chris Harrington aufregte, die zum 2:0 führte. "Der Piechaczek stand 30 Meter weit weg. Wie kann er diese Strafe geben?", fragte sich der Kanadier.
Evan Kaufmann hatte kurz vor der ersten Drittelpause Glück, dass die Schiedsrichter seinen hohen Stock nur mit zwei Minuten ahndeten. Und weil die Scorpions die Undiszipliniertheit der DEG weiter gnadenlos ausnutzten, wurde die Mission "Auswärtssieg" zu einem Himmelfahrtskommando. Einen Sieg auf fremdem Eis jedoch brauchen die Düsseldorfer, um ins Finale einziehen zu können. Mal ehrlich – nach der gestrigen Leistung gibt es im Grunde keine triftigen Argumente für ein Weiterkommen.
Hinten präsentierten sich die Düsseldorfer, wie bereits im Viertelfinale gegen Krefeld, streckenweise kopflos. Hans Zachs Truppe nutzte ihre Chancen, im Gegensatz zu den Pinguinen in der Serie zuvor, jedoch eiskalt. Jamie Storr im Kasten konnte einem streckenweise leid tun. Auch wenn er bei einigen Treffern nicht schuldlos war.
Über das Offensivspiel der Rot-Gelben Worte zu verlieren, ist schwierig. Es fand nämlich bis kurz vor Schluss gar nicht statt. Logisch, wenn man einen Großteil der Partie in nummerischer Unterzahl verbringt. Adam Courchaine tat sich durch seine beiden Treffer hervor. Das war's. Von den anderen Leistungsträgern war zu wenig zu sehen. Selbst in einer fünfminütigen Überzahl, davon 56 Sekunden sogar mit zwei Spielern mehr, kam nur ein Pfostenschuss von Andrew Hedlund zustande. Das Positive: Trotz des ernüchternden Nackenschlags führen die Scorpions in der "best of five"-Serie nur mit 1:0. Bereits morgen (19.30 Uhr) könnte die DEG im Heimspiel ausgleichen.
Neben den schlechten Nachrichten aus Hannover gibt es aber auch Neues von der Personalplanung zu vermelden: Die Verteidiger Ryan Caldwell und Chris Harrington sind auch in der kommenden Saison im rot-gelben Dress zu sehen. Beide Spieler sind sich nach RP-Informationen mit Manager Lance Nethery über neue Verträge einig.
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