DEG: "Dafür spiele ich Eishockey"
zuletzt aktualisiert: 13.03.2009 - 07:44Jamie Storr (33), Torhüter der Düsseldorfer EG, spricht über das Play-off-Viertelfinale gegen die Krefeld Pinguine (Freitag, 19.30 Uhr, ISS Dome), seine Berufsauffassung und Freundschaften unter Rivalen.
Herr Storr, nach zwei Wochen Pause geht das Play-off-Viertelfinale gegen Krefeld am Freitag los...
Storr Das wurde auch Zeit. Play-offs sind der Grund, warum ich Eishockey spiele. Wenn ich aus Spaß spielen will, kann ich mir auch eine Hobbymannschaft suchen. Aber nun können wir einen Preis gewinnen. Einen wichtigen. Die deutsche Meisterschaft. Darum geht's. Ich bin total aufgeregt.
Was erwartet Sie gegen Krefeld?
Storr Ich sag' Ihnen was: Das wird eine verdammt harte, lange Serie. Das ist wie ein Boxkampf. Es ist schön, wenn man am Anfang punktet – aber am Ende gewinnt der, der stehen bleibt. Beide Teams sind ähnlich stark. In Scott Langkow haben sie den ersten starken Torhüter seit Robert Müller, sind vorne mit Spielern wie Charlie Stephens und Herberts Vasiljevs super besetzt.
Wie hat sich Ihr Team denn auf die Play-offs vorbereitet?
Storr Es klingt komisch – aber es hat sich gar nicht so viel verändert. Klar sind alle heiß auf das Spiel. Aber sonst? Wir sind Profis. Das heißt, wir werden dafür bezahlt, jedes Spiel zu gewinnen. Auch in der Hauptrunde. Ein Eishockeyspieler, der nur in den Play-offs glänzen kann, sollte sich vielleicht lieber einen anderen Job suchen.
In Berlin haben Sie sich schon mal von Fans provozieren lassen. Krefeld hat auch ein lautes Publikum.
Storr Unsere Fans können auch verdammt laut sein, wenn sie wollen. Das ist kein Vorteil für Krefeld. Und wenn ich ausgepfiffen werde, sehe ich das als Kompliment.
Warum?
Storr Schlechte Spieler werden nicht ausgepfiffen. Fans pfeifen nur solche Gegner aus, die ihnen weh tun könnten – oder es in der Vergangenheit schon einmal getan haben. Ich spiele mit vielen Emotionen. Also bekomme ich auch viele zurück.
2003 gab es eine schmerzhafte Niederlage in den Play-offs gegen Krefeld. Spielt das noch eine Rolle?
Storr Nein. Nur Daniel Kreutzer war damals dabei. Es sind neue Teams – jeder Play-off-Serie entwickelt seine eigene Rivalität.
Ihr Sohn Tyson spielt mit Niklas Vasiljevs und Beckett Langkow zusammen, den Söhnen zweiter KEV-Spieler.
Storr Ihre Väter würde ich sogar als Freunde bezeichnen. Aber wenn wir gegen die Krefelder aufs Eis gehen, hat sich das erstmal erledigt. Dann will ich nur einen Weg finden, sie zu besiegen.
Würden Sie eine Prognose für die Serie wagen?
Storr Hamburg hat 0:2 zurückgelegen und die Serie gedreht. In den Play-offs kann alles passieren. Wir müssen da rausgehen und jedes Spiel Ernst nehmen. Es gibt keinen Selbstläufer. Du brauchst vier Siege, um weiterzukommen. Und für jeden dieser vier Siege werden wir uns kaputtarbeiten müssen.
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