DEG Metro Stars: DEG gewinnt Skandal-Derby
VON GEORG AMEND - zuletzt aktualisiert: 11.12.2010Dass das 189. Derby zwischen den Kölner Haien und den DEG Metro Stars ein echtes Skandalspiel werden würde, war bis zur Schlusssirene nicht abzusehen. Der Düsseldorfer Trainer hatte aber vorsichtshalber schon vorher alle Register gezogen, denn Jeff Tomlinson hatte gewechselt.
Nicht etwa das Personal – die DEG lief zum rheinischen Derby der Deutschen Eishockey Liga (DEL) in Bestbesetzung auf. Vielmehr hatte der Übungsleiter seine Klamotten getauscht, und damit auf den blauen „Gllücksanzug“ verzichtet, den er erstmals am 12. Oktober beim 4:2-Sieg gegen die Hannover Scorpions getragen hatte. Mit diesem Kleidungsstück hatte die traumhafte Serie von zwölf Erfolgen aus 14 Spielen begonnen, doch am Freitag vertraute Tomlinson einem hellgrauen Pullover über seinem weißen Hemd und der gestreiften Krawatte.
Der Hintergrund: Den einzigen echten Aussetzer innerhalb der Siegesserie hatte es bei der 3:7-Klatsche im ersten Saisonderby gegen Köln gegeben, damals hatte der „Glücksanzug“ versagt. Gestern war auf die hellgraue Kombination im Nachhinein noch Verlass, die DEG gewann das Derby mit 3:2 (1:1, 0:0, 1:1, 1:0) nach Penaltyschießen. Doch das darin die Entscheidung fallen musste, war Teil eins des Skandals.
Doch der Reihe nach. Die Gäste hatten ein wenig Zeit gebraucht, um sich an die Härte der Kölner Hausherren zu gewöhnen, waren nach rund sieben Minuten gar in Rückstand geraten:
Der ehemalige DEG-Spieler Ryan Ramsay setzte seine persönliche Erfolgsstory fort, denn er trifft mit Vorliebe gegen seinen Ex-Arbeitgeber. Diesmal wurde er bei seinem sehenswerten Schuss in den kurzen Winkel aber auch nicht ernsthaft von Mark Murphy bedrängt, Jean-Sébastien Aubin im Tor hatte ebenfalls Platz gelassen.
Erst danach nahmen die Landeshauptstädter den Kampf an und wurden mit dem Ausgleich von Adam Courchaine belohnt. Im Mitteldrittel entwickelte sich von Anfang an eine von beiden Seiten verbissen geführte Partie mit etlichen Chancen hüben wie drüben, in Unterzahl rettete der gebürtige Düsseldorfer Danny aus den Birken im Kölner Tor das zwischenzeitliche Remis, als er gegen den brandgefährlichen Evan Kaufmann sowie gegen Connor James und Courchaine parierte. Auf der Gegenseite traf Greg Classen den Pfosten, und wenig später musste Aubin im Gewühl seinen ganzen Körper einsetzen, um einen erneuten Rückstand zu verhindern.
Unschön wurde es danach, denn Ramsay schubste DEG-Verteidiger Jason Holland höchst unfair über den am Boden liegenden Aubin gegen den Pfosten. Holland bestrafte das mit ein paar saftigen Schlägen in das Gesicht des Kölner Stürmers, was wiederum Daniel Sparre und Christoph Ullmann motivierte, sich in die Prügelei einzumischen. Als sich Holland zusammen mit Geburtstagskind Patrick Reimer – wurde am Freitag 28 – dann mit diesen beiden beschäftigte, kaufte sich Collins Ramsay. Ein echtes Derby.
Das Schlussdrittel wurde erst furios und dann skandalös: Nach nur 31 Sekunden wurde Andy Hedlunds Schlagschuss zur 2:1-Führung der DEG abgefälscht. Chris Lee erzielte unter dem Jubel des Kölner Anhangs unter den 14.563 Zuschauern nur 13,2 Sekunden vor dem Ausgleich, die erneute Düsseldorfer Führung, erneut von Hedlund, diesmal mit der Schlusssirene von der Mittellinie erzielt, wurde nicht gegeben. Eine klare Fehlentscheidung. Teil eins des Skandals, denn der Puck war deutlich vor der Schlusssirene im Netz, die Düsseldorfer Spieler waren bereits zum Jubeln von der Bank geeilt.
Doch die Unparteiischen Lars Brüggemann und Robin Sir gaben den Treffen nicht und toppten diese Fehlentscheidung noch im Penaltyschießen, als sie den allerersten Versuch von DEG-Kapitän Daniel Kreutzer nicht anerkannten – der zweite klare Treffer, der diesem Duo zum Opfer fiel.
Wenigstens gab es ein wenig ausgleichende Gerechtigkeit, da Aubin vier Versuche der Hausherren entschärfte und Tyler Beechey abgezockt durch die Beine von aus den Birken zur Entscheidung vollstreckte. Das brachte der DEG den Zusatzpunkt, den Sieg im Derby und vorübergehend die Tabellenführung. Am Sonntag stellen sich um 14.30 Uhr die Straubing Tigers beim neuen Spitzenreiter der DEL vor.
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