DEG: DEG gönnt sich eine kleine Eishockey-Krise
VON CHRISTIAN SPOLDERS - zuletzt aktualisiert: 18.01.2011Es ist etwa vier Wochen her. Nach dem hart erkämpften Sieg im Penalty-Schießen bei den Krefeld Pinguinen steht Jeff Tomlinson, Trainer der DEG Metro Stars, im Bauch des Eisstadions und spricht über eine Saison in der Deutschen Eishockey Liga. Dass es Wellen in der Formkurve gebe und jedes Team zumindest zwei Phasen habe, in denen es nicht läuft.
Die erste hatte die DEG gleich zu Saisonbeginn, als sechs von elf Spielen zum Teil derbe in die Hose gingen. Die zweite läuft gerade. Gegen den EHC München setzte es die dritte Niederlage in Serie. Zuvor gab es bereits zwei wenig ansehnliche Pleiten in Ingolstadt (3:7) und München (1:6).
Grund zur Sorge gibt die Mini-Krise allerdings nicht. Die Qualifikation für die Play-offs haben die Metro Stars eigentlich sicher. Und nach den heftigen Niederlagen in Bayern war das 3:4 nach Verlängerung gegen München ein kleiner Schritt nach vorne, zumal Schiedsrichter Ulpi Sicorschi nicht ganz unbeteiligt daran war, dass die DEG nur einen Punkt holte. "Jeder hat gesehen, dass wir wieder in der Spur sind", sagte Kapitän Daniel Kreutzer. Und auch Tomlinson hatte am Auftreten seines Teams wenig zu mäkeln. "Wir haben hart gespielt und gekämpft", sagte der Deutsch-Kanadier. "Es ist mir ein Rätsel, warum die Scheibe nicht reingegangen ist." Da hatten die Gäste mehr Glück, da zwei abgefälschte Schüsse ins Tor flatterten. Der ansonsten gute Keeper Mathias Niederberger ließ sich beim dritten Gegentor zudem mit einem Bauerntrick düpieren, als Mike Kompon um sein Gehäuse herumfuhr und das Spielgerät am kurzen Pfosten ins Tor stocherte. "Er hat einen guten Job gemacht und wieder Erfahrung gesammelt", sagte Tomlinson.
Gelegenheiten dazu werden auch die Nachwuchs-Spieler Marco Nowak (20) und Martin Hinterstocker (21) in Zukunft bekommen. Bei beiden zogen die Metro Stars die Option zur Vertragsverlängerung.
Dass die Talente in den nächsten Wochen auch wieder häufiger bei Siegen dabei sind, ist durchaus wahrscheinlich. "Wenn die Einstellung stimmt, dann werden auch die Resultate kommen", sagten Tomlinson und Kreutzer unisono. Gegen München stand zum Beispiel die Unterzahl schon wieder besser als im gleichen Duell zwei Tage zuvor, nachdem der Coach ausnahmsweise etwas lauter geworden ist, anschließend aber eine ausführliche und sachliche Videoanalyse folgen ließ. "Meine Spieler sind schlau, darum mache ich mir keine großen Sorgen." Wenn sich die Theorie von den zwei Phasen pro Saison, in denen es nicht läuft, also bestätigt, dann gönnt sich die DEG diese gerade zur rechten Zeit – und geht nicht nur mit einer dann wieder ansteigenden Form in den Endspurt der Hauptrunde, in der noch 16 Spiele anstehen, sondern vor allem in die Play-offs.
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