DEG Metro Stars: DEG hat eine Rechnung offen
VON GEORG AMEND - zuletzt aktualisiert: 23.09.2010 - 07:52Am Freitag (19.30 Uhr) treten die Metro Stars bei den Iserlohn Roosters an, am Sonntag (14.30 Uhr) bei den Eisbären Berlin. Trainer Tomlinson warnt vor der Atmosphäre im Sauerland, fordert Disziplin und vor allem: Punkte.
Die 3:7-Heimniederlage gegen die Augsburger Panther und das Abrutschen auf den vorletzten Rang in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) könnte die gute Stimmung bei den DEG Metro Stars drücken – doch Trainer Jeff Tomlinson und Manager Lance Nethery bleiben trotz der mageren Bilanz von fünf Punkten aus ebenso vielen Spielen humorvoll.
Angesprochen auf die Pleite gegen Augsburg, antwortet Tomlinson mit einem Schmunzeln: "So etwas kann man nicht trainieren, drei Tore in eigener Überzahl zu kassieren", und Nethery ergänzt: "Vielleicht können wir die Überzahl das nächste Mal ablehnen."
Bei den Iserlohn Roosters morgen (19.30 Uhr) erwartet der Trainer ohnehin weniger Über- als Unterzahlspiele. "In Iserlohn ist man öfter auf der Strafbank. Die Zuschauer sind da fast auf dem Eis, es ist unangenehm, da zu spielen, die Schiedsrichter werden von der Atmosphäre beeinflusst und die haben Spieler, die gerne provozieren." Doch Tomlinson betont auch direkt: "Das alles wissen wir vorher, das ist keine Ausrede. Wir müssen cleverer sein, dürfen dieses Spiel nicht mitmachen." Der DEG-Trainer will das Eishockey der Roosters nicht "dreckig" nennen, Nethery schlägt "nickelig" vor. "Nickelig", wiederholt Tomlinson. "Ich kenne das Wort gar nicht." Nach kurzer Erklärung nickt er: "Ja, das passt."
Nicht nur deshalb, sondern vor allem aufgrund der 2:5-Niederlage im Sauerland zum Saisonauftakt, sagt der Trainer: "Wir haben noch eine Rechnung offen. Es ist sehr nötig, dass wir dieses Wochenende punkten, aber dafür musst du in Iserlohn von der Strafbank wegbleiben. Thema Nummer eins ist Disziplin: Nicht nur in unserem System, sondern auch im Benehmen."
Dabei nimmt Tomlinson ausdrücklich die jungen Spieler Diego Hofland und Martin Hinterstocker, die in Unterzahl oft auf dem Eis stehen, von der Kritik aus: "Sie machen das gut und diszipliniert. Ansonsten würden sie nicht spielen. Wir verschenken hier keine Eiszeit." Probleme sah der 40-Jährige bei Routiniers: "Das war ein Konzentrationsproblem. Die Einstellung hat bei manchen in Überzahl nicht gestimmt. Das hat uns ganz klar in den Allerwertesten gebissen", nennt Tomlinson das, wobei der Wortlaut etwas deftiger ausfiel.
Die Einstellung soll morgen in Iserlohn und am Sonntag bei den Eisbären Berlin (14.30 Uhr) wesentlich besser sein. Tomlinson, der zehn Jahre als Spieler und Trainer in der Hauptstadt aktiv war, fährt natürlich nach der Partie mit zurück nach Düsseldorf – da schaltet sich Nethery ein: "Ich würde gerne bleiben. Am Montag spielt da meine Lieblingsband Supertramp." Tomlinson: "Ich könnte dir Karten besorgen." An guter Stimmung mangelt es beiden wirklich nicht.
Das Spiel Freitag, 19.30 Uhr, Eishalle am Seilersee, Iserlohn
Die Topleute Kapitän Robert Hock und Nationalstürmer Michael Wolf zählen seit Jahren zu den besten Spielern, aktuell ist aber Pat Kavanagh mit zwei Toren und fünf Vorlagen Top-Scorer, bester Torschütze Adrian Veideman (4).
Das Besondere Eigentlich ist Iserlohn Lieblingsgegner der DEG: In den jüngsten 20 Aufeinandertreffen gab es 14 Siege bei sechs Niederlagen. Die 2:5-Pleite zum Auftakt in diese Saison war aber die erste Niederlage gegen die Roosters nach zehn Siegen in Folge.
Das Spiel Sonntag, 14.30 Uhr, 02-World, Berlin
Die Topleute Nationalstürmer Florian Busch ist mit zwei Toren und drei Vorlagen aktuell bester Scorer vor Derrick Walser (1 T, 3 V). Zwischen den Pfosten steht Nationaltorwart Rob Zepp.
Das Besondere DEG-Trainer Jeff Tomlinson war bis zu dieser Spielzeit Assistent von Berlins Coach Don Jackson, der auch schon Trainer in Düsseldorf war. Tomlinson war als Spieler und Trainer die vergangenen zehn Jahre in der Hauptstadt tätig, Don Jackson nennt er einen seiner wichtigsten Lehrmeister.
Tickets und ZuspruchDauerkarten Erstmals bietet die DEG Dauerkarten für die Haupttribüne (hinter den Spielerbänken) an. Kosten: 748,80 Euro.
Zuschauer Die DEG will die Entwicklung der unbefriedigenden Zuschauerzahl bis 7. November beobachten - dann haben auch die Heimspiele gegen Iserlohn und Krefeld stattgefunden.
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