DEG Metro Stars: DEG – lange Reise lohnt sich
VON GEORG AMEND - zuletzt aktualisiert: 21.08.2010 - 11:11Viele Baustellen auf der Autobahn A2 machten die Anfahrt des Eishockey-Klubs zum Turnier der Hannover Scorpions zur Qual. Dafür gab's einen 2:1-Auftaktsieg gegen die Wolfsburg Grizzly Adams.
Gestern Morgen, 9.40 Uhr: Der Tross der DEG Metro Stars sammelt sich an der Brehmstraße, pünktlich um 10 Uhr fährt der Bus Richtung Hannover ab. Dort spielt der Eishockey-Erstligist am Wochenende beim Vorbereitungsturnier der Scorpions. Das erste Spiel gegen Ligakonkurrent Wolfsburg ist für 17 Uhr angesetzt, rund drei Stunden beträgt die Fahrzeit. Eigentlich. Zum Glück ist der Bus klimatisiert, denn etliche Baustellen machen einen Strich durch die Fahrzeitenrechnung. Schon zur Mittagspause, in einem Landgasthof in Verl, hat es rund 20 Minuten Verspätung gegeben – die A2 ist eben ein Mekka für Baustellen-Fans. Nach dem Mittagessen, Nudeln und Salat, stellt Teamleiter Walter Köberle im Bus die Frage: "Sind alle da?" Die Antwort: "Nur Clusen fehlt." Als der Nachwuchsverteidiger, Niklas mit Vornamen, an Bord ist, gibt Köberle das Kommando: "Vollzählig."
DEG Metro Stars: Aubin - Holland, Pokulok; Hedlund, Nowak; Bazany, Woidtke; Clusen - Kreutzer, Collins, Reimer; Hinterstocker, James, Courchaine; Murphy, Kaufmann, Fenton; Danner, Hofland.
Zuschauer: 168.
Tore: 1:0 (35:11) Milley (Alavaara, 5-4), 1:1 (49:59) Reimer (Collins, 5-4), 1:2 (55:18) Pokulok (Reimer, Holland ).
Strafminuten: Wolfsburg 8, DEG 6.
Kaum hat er das ausgesprochen, kommen Torwart Jean-Sébastien Aubin, Center Rob Collins und Verteidiger Marian Bazany um die Ecke, alle mit einem Eis in der Hand. Ohne das Top-Trio wäre es eine ziemlich seltsame Reise nach Hannover geworden. "Wer hat denn da gezählt?", fragt Trainer Jeff Tomlinson entgeistert. Um 13.20 Uhr geht es weiter – dann der nächste Stau. Auch ein Schleichweg bringt nichts: An einer Brücke, die 3,66 Meter hoch ist, muss der Bus umdrehen – er ist vier Meter hoch.
So entscheidet der Tross um kurz nach 15 Uhr, statt ins Hotel direkt zur Eishalle in Langenhagen zu fahren. Trainer Tomlinson gibt dort erneut allen jungen Spielern eine Chance, neben Clusen (18 Jahre) als siebter Verteidiger bekommt vor allem Jannik Woidtke (19) viel Eiszeit. Martin Hinterstocker ist für den verletzten Tyler Beechey in die zweite Sturmreihe gerückt, doch das hindert Tomlinson nicht daran, eine vierte Linie aufzumachen: Zu Simon Danner und Diego Hofland gesellen sich Patrick Reimer, Connor James und Adam Courchaine, jeweils in Doppelschichten.
Sascha Pokuloks Siegtreffer zum 2:1, bei dem er erst einen Verteidiger und dann noch Torwart Daniar Dshunussow narrt, lässt die Truppe schließlich jubeln – Tomlinson jedoch nur in Maßen: "Ich habe mich geärgert, weil Sascha nicht sofort geschossen hat." Insgesamt aber zeigt sich der Trainer gut gelaunt. "Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen", sagt der Kanadier zwar, "aber es ist doch super, wenn wir jetzt die Fehler machen. Die sieht man schön auf Video, und gewonnen haben wir ja dennoch." Schade nur, dass sich Daniel Kreutzer am Oberkörper verletzt und ausscheidet – etwas Ernsteres scheint es allerdings nicht zu sein.
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