DEG: DEG muss sich durchbeißen
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 12.09.2008 - 10:40Draußen vor der Geschäftsstelle der Düsseldorfer EG ist schon seit Monaten eine riesige Baustelle. Doch auch drinnen wird kräftig gewerkelt. Mehr als Harold Kreis wohl lieb ist. Der Trainer der DEG Metro Stars muss kräftig improvisieren.
Besonders die Defensivabteilung entpuppt sich zurzeit als besonders problematisch. Das liegt weniger an der Leistung auf dem Eis, sondern mehr an der spannenden Frage, wen Kreis überhaupt noch aufbieten kann.
Peter Ratchuk - nach einer Schulter-Operation nicht fit. Fällt mindestens noch eine Woche aus.
Marian Bazany - er liegt mit einer Nierenentzündung flach und nimmt Antibiotika. Fällt mindestens noch eine Woche aus.
Korbinian Holzer - er nimmt am Trainingscamp des NHL-Klubs Toronto Maple Leafs teil. Fällt bis kommenden Mittwoch aus.
Im Aufgebot stehen also nur noch drei Stammkräfte für die Abwehr. Auf Andy Hedlund, Ryan Caldwell und Chris Harrington kommt also in den kommenden Partien einiges an Arbeit zu. Freilich hat ihnen Kreis zur Entlastung Unterstützung besorgt.
Die Nachwuchskräfte Marco Nowak und Tim Schüle sollen in den Partien heute (19.30 Uhr, Color-Line-Arena) bei den Hamburg Freezers und am Sonntag gegen die Frankfurt Lions (14.30 Uhr, ISS Dome) Eiszeiten bekommen.
„Das ist ihre Chance“, befindet Kreis. „Die zwei Jungs haben die Möglichkeit zu zeigen, was sie können.“ Nowak, in der vergangenen Saison sporadisch bereits in der DEL zum Einsatz gekommen, soll weiter Erfahrungen sammeln und langsam an die Intensität der höchsten deutschen Eishockey-Spielklasse herangeführt werden.
Schüle, Jahrgang 1990, normalerweise im Kader der DEG Metro Stars II in der Regionalliga, ist einer aus der Riege, denen der Sprung nach oben in den kommenden Jahren zugetraut wird. „Da gibt es noch einen Nico Turnwald, Artur Tegkaev und Dennis Fischbuch - alles talentierte Spieler“, urteilt Manager Lance Nethery.
„Es ist unser Ziel, immer wieder solche Talente langsam aufzubauen und ihnen dann Einsatzzeiten im DEL-Team zu bieten.“ Die Berliner haben eindrucksvoll vorgemacht, wie erfolgreich so ein Projekt sein kann. Schließlich rekrutiert der Hauptstadtklub ein Gros seiner Zugänge aus der eigenen Nachwuchsabteilung. „Die Eisbären sind uns da um sechs, sieben Jahre voraus“, sagt Nethery. „Wir wollen diesen Weg auch gehen.“
Zunächst steht die Gegenwart im Vordergrund. Heute gegen die Freezers erwartet Kreis ein hartes Duell. „Wir müssen unsere Kräfte gut einteilen“, sagt er. „Was wir nicht brauchen, sind Verteidiger, die auf der Strafbank sitzen. Ansonsten müssen die anderen eben noch mehr laufen.“
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