DEG: DEG nicht clever genug
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 06.04.2008 - 21:34Das Mitteilungsbedürfnis von Darren van Impe ist deutlich eingeschränkt. Der Verteidiger in Diensten der DEG Metro Stars stampft durch den Wellblechpalast und blickt derart grimmig drein, dass man erst gar nicht auf den Gedanken kommt, sich ihm in den Weg zu stellen.
Die Reaktion des Kanadiers sollte niemanden wundern. Ausgerechnet der Routinier brummte in der Verlängerung beim dritten Duell mit den Eisbären Berlin auf der Strafbank Deron Quint erzielte für die Gastgeber in Überzahl den Siegtreffer zum 4:3 (2:1, 1:1, 0:1, 1:0).
Das Team aus der Hauptstadt geht damit in der Serie „best of five” mit 2:1 in Führung. Van Impe selbst fühlt sich zu Unrecht bestraft. Er soll den Berliner Sven Felski unfair gestoppt haben. „Ich habe ihn leicht berührt, er macht den Abflug. Das war ein Witz, diese Schiedsrichter sind eine Frechheit”, bekundet der 35-Jährige. „Lasst uns doch Eishockey spielen. Diese Typen machen die Play-offs durch ihre Pfiffe völlig kaputt.”
Gemeint sind damit die Unparteiischen Roland Aumüller und Daniel Piechaczek, die wie schon am vergangenen Freitag keine klare Linie hatten. Natürlich lag es aber nicht nur an dem Schiedsrichtergespann, dass die DEG verlor. „Die Special-Teams haben den Unterschied ausgemacht”, analysierte DEG-Trainer-Manager Lance Nethery. „Da haben wir uns manchmal nicht clever genug angestellt. Fehler werden von den Eisbären gnadenlos bestraft. Das haben alle vorher gewusst.”
Nethery muss registrieren, dass die Berliner sowohl in Über- als auch Unterzahl schlichtweg abgeklärter agierten. Allzu lasch verrichteten dagegen einige seiner Angestellte ihr Tagewerk gegen aggressive Eisbären. Selbst der sonst überragende Jamie Storr im Gehäuse der Rheinländer genehmigte sich einen Aussetzer. Bei einem Rettungsversuch schlitterte er weit vor sein Tor und passte das Spielgerät genau auf Felski, der nicht mehr wirklich große Probleme hatte, das Zuspiel zu verwerten.
Doch die DEG präsentierte auch ihre andere Seite. Niemand gab sich auf, dementsprechend euphorisch war die Unterstützung der rund 400 mitgereisten Fans aus Düsseldorf. Doch auch sie konnten ihr Team nicht zum Erfolg brüllen. Lance Nethery reagierte noch während der Partie und nahm Peter Ratchuk aus der Partie.
„Peter ist einer unserer Schlüsselspieler. Er hat aber zu wenig gezeigt”, urteilte Nethery. „Da kann er dann auch draußen bleiben.” Erik Werner übernahm seine Position ebenfalls wenig überzeugend. „Wenn wir eine Chance haben wollen, dann müssen wir noch deutlich konzentrierter spielen”, sagte Nethery. Die nächste Chance zur praktischen Umsetzung hat seine Mannschaft bereits am Dienstag (19.30 Uhr/LIVE!-Ticker) im ISS Dome.
Statistik:
Eisbären Berlin - DEG Metro Stars 4:3 (2:1, 1:1, 0:1, 1:0) n. V. - Tore: 1:0 Quint (9:20), 2:0 Pederson (14:30), 2:1 Collins (16:28), 3:1 Felski (28:04), 3:2 Vikingstad (30:26), 3:3 Pinizzotto (42:33), 4:3 Quint (73:57). - Schiedsrichter: Aumüller (Planegg), Piechaczek (Ottobrunn). - Zuschauer: 4695 (ausverkauft). - Strafminuten: Berlin 12 - DEG 20. - Play-off-Stand: 2:1
Kölner Haie - Frankfurt Lions 2:1 (1:0, 0:1, 0:0, 1:0) n. V. - Tore: 1:0 Gogulla (10:11), 1:1 Taylor (20:55), 2:1 Ciernik (74:36). - Schiedsrichter: Looker (USA), Schütz (Moers). - Zuschauer: 18.048. - Strafminuten: Köln 14 plus 10 Disziplinar (Renz) - Frankfurt 16. - Play-off-Stand: 2:1
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