DEG: DEG ringt Wolfsburg nieder
VON ANDRE SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 05.01.2009 - 08:47Der „Übeltäter“ schaut ziemlich bedröppelt drein. Frisch geduscht steht Ryan Ramsay im Kabinengang des ISS Dome. Seine Mannschaftskollegen der Düsseldorfer EG feiern derweil ausgelassen auf dem Eis.
2:1 (0:1, 2:0, 0:0) hat das Team die Grizzly Adams aus Wolfsburg in der Deutschen Eishockey Liga niedergekämpft. Doch Ramsay ist da schon nicht mehr von der Partie. Er kassierte in der 30. Minute eine Spieldauer-Disziplinarstrafe.
„Ich weiß wirklich nicht, was ich getan haben soll“, gibt der Kanadier zu Protokoll. Die Szene war diffus: Ramsay steht vor Wolfsburgs Torhüter Oliver Jonas, schlägt nach, bekommt einen Faustschlag von Gegenspieler Mike Green.
Schiedsrichter Christian Oswald pfeift, schickt Green raus. Dann kommt einer der Linienrichter, redet mit seinem Vorgesetzten - und dann muss auch Ramsay raus: Stockstich. DEG-Trainer Harold Kreis tobt an der Bande, auch nach dem Spiel. „Völlig überzogen, diese Entscheidung. Das war maximal Behinderung.“
Es ist nicht die einzige merkwürdige Entscheidung, die Oswald an diesem Tag trifft. Das einzige, was man dem Referee aus Kaufbeuren zugute halten kann ist, dass er seine Linie konsequent durchzieht - konsequent schlecht. Kreis: „Bei manchen Entscheidungen habe ich mich wirklich gefragt, was er sich dabei gedacht hat.“
Trotz der vermeintlichen Benachteiligungen dankt Kreis dem Schiedsrichter. „Dank seines Einschreitens steigerte sich unsere Aggressivität.“ Und in der Tat: Direkt nach dem Ausschluss Ramsays wacht die DEG auf.
Gerade noch rechtzeitig, nachdem das erste Drittel komplett verschlafen wird. Doch Wolfsburg vermag nicht ausreichend Kapital aus der Situation zu schlagen, trifft nur einmal durch Kai Hospelt.
Der Rückstand hätte nie sein müssen: Kurz vor dem Gegentreffer stochert Rob Collins die Scheibe ins Tor, doch Oswald gibt den Treffer nicht - er hat vorher abgepfiffen, obwohl die Scheibe frei bei Oliver Jonas liegt.
Mit der gehörigen Portion Wut im Bauch überrennen die Düsseldorfer nach Ramsays Abschied den Gegner, kämpfen und fahren jeden Check zu Ende. Und werden belohnt. Peter Ratchuk bringt in Überzahl den Puck im zweiten Nachschuss über die Linie. Und kurz darauf sammelt Kapitän Daniel Kreutzer seinen ganzen Wut in einem wuchtigen Schlagschuss.
Danach ist es wieder vorbei mit der Düsseldorfer Herrlichkeit, die Gäste übernehmen das Kommando. Doch im Tor steht Jochen Reimer. Und dessen Selbstbewusstsein merkt man ihm an: Mit drei herrlichen Paraden fährt er seinem Team den Sieg nach Hause.
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