DEG: DEG spielt groß auf
VON GEORG AMEND UND PATRICK SCHERER - zuletzt aktualisiert: 17.10.2010 - 21:15Wenn vor dem ISS Dome ein Bus mit der Aufschrift "Der Schwafheimer" neben einer gemalten Elfe steht, sind in der Regel die Krefeld Pinguine in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zu Gast bei den DEG Metro Stars. Gestern Abend prangte aber noch ein anderer Schriftzug vorne am Bus: "FCR Duisburg 2001 – die Königinnen der Löwen on tour" war da zu lesen. Gut, dass doch die Pinguine aus dem Gefährt stiegen, denn die Frauen-Fußballmannschaft aus Duisburg hätte auf dem Eis wahrscheinlich ziemlich seltsam ausgesehen.
Doch auch die Krefelder Eishockeyspieler hatten so ihre Probleme auf dem glatten Untergrund. Das lag aber nicht etwa an falschem Schuhwerk, sondern an der DEG, die am Ende einen 3:1 (0:0, 2:0, 1:1)-Sieg vor 5785 Zuschauern im rheinischen Derby feiern konnte. Die Mannschaft von Trainer Jeff Tomlinson, in der überraschend auch Derek Dinger verteidigte, obwohl sein Vater erst am Mittwoch gestorben war, spielte die Gäste phasenweise schwindelig.
Etwa Evan Kaufmann, der nach gerade einmal 87 Sekunden einen Gegner austanzte, dann aber aus zwei Metern den Puck am Tor vorbei knallte. Nur 13 Sekunden später konnte Connor James nur per Foul hinter dem Tor gestoppt werden, sonst wäre er mit einem Bauerntrick erfolgreich gewesen. Die fällige Strafe verschaffte der DEG die erste Überzahl, in der Rob Collins einen Schuss vom aktuell punktbesten Verteidiger der Liga, Andy Roach, so abfälschte, dass der Puck zum Tor trudelte und hinter dem bereits geschlagenen Krefelder Torwart Scott Langkow geklärt werden musste. Erst nach rund elf Minuten steuerten auch die Gäste eine nennenswerte Offesivaktion bei, Justin Kelly traf den Pfosten. Für die DEG wohl das Signal, mehr Vorsicht walten zu lassen, denn sie nahmen nun ein wenig das Tempo aus dem Anfangsdrittel.
STATISTIK:
DEG – Krefeld 3:1 (0:0, 2:0, 1:1)
DEG: Aubin (Niederberger) – Roach, Hedlund; Holland, Nowak; Bazany, Pokulok; Dinger. - Reimer, Collins, Kreutzer; Kaufmann, Beechey, James; Hinterstocker, Hofland, Fenton; Courchaine, Danner.
Tore: 1:0 (25:25) Beechey (James), 2:0 (28:27) Reimer (Hedlund, Kreutzer; 4-5), 2:1 (45:43) Schopper (Verwey, Stephens), 3:1 (56:13) Beechey (Kaufmann,
Strafminuten: DEG 8, Krefeld 8.
Schiedsrichter: Salonen/Brüggemann (Finnland/Iserlohn).
Zuschauer: 5785
Um damit wieder voll ins Mitteldrittel einzusteigen: Nach 82 Sekunden traf Tyler Beechey den Pfosten, rund vier Minuten später hatte er mehr Glück: Nach tollem Einsatz von James beförderte Beechey den Puck mit der Rückhand zum Tor, das Spielgerät rutschte zur fälligen Führung ins Netz.
Wütende Angriffe der Pinguine waren die Folge, doch DEG-Torwart Jean-Sébastien Aubin und der Pfosten – gegen Charlie Stephens – verhinderten den Ausgleich. Den wollte Krefeld dann in Überzahl erzielen, doch Patrick Reimer hatte etwas dagegen: Als die Gäste den Puck aus dem Auge verloren, schnappte sich der Düsseldorfer Stürmer die schwarze Hartgummischeibe, zog auf und davon, vernaschte Lagkow und traf in Unterzahl zum 2:0. Beste Stimmung unter den DEG-Fans.
In den Schlussabschnitt starteten allerdings die Gäste besser, nach rund fünf Minuten wurden sie belohnt: Beim mehrfach abgefälschten Schuss von Benedikt Schopper war Aubin chancenlos. Dafür bereitete der Torhüter das 3:1 von Beechey mit vor und sorgte so dafür, dass die DEG die Optimalausbeute von neun Punkten aus drei Spielen in dieser Woche einfuhr. So blieb den Krefeldern nur die Heimreise in ihrem so schön beschrifteten Bus.
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