DEG: DEG sucht Führungsspieler
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 11.12.2007 - 08:08Bei den Metro Stars macht sich immer mehr Ratlosigkeit breit. Vom selbst ernannten Titelkandidaten zur Lachnummer in der Eishockey-Liga. Manager Lance Nethery klagt über fehlende Einsatzbereitschaft seiner Akteure.
Als im Sommer nach und nach die ersten Namen der Neuverpflichtungen bei der DEG durchsickerten, da gerieten manche schon ins Träumen. Die neunte Meisterschaft wurde dementsprechend selbstbewusst auch von den Verantwortlichen an der Brehmstraße als Saisonziel ausgegeben. Denn, so der feste Glaube, man habe nicht nur gute Einzelspieler beisammen, sondern vor allem Akteure mit Charakter. Typen, die sich zu Führungskräften entwickeln sollten. Mittlerweile ist vom sommerlichen Gefühl nicht mehr viel zu spüren. Es ist eisig geworden in der Stadt am Rhein. Von Titelgewinn ist nicht mehr die Rede, denn die Metro Stars schlittern ihren eigenen Ansprüchen hinterher.
Längst hat sich Ernüchterung breit gemacht. Lance Nethery wirkt ob der desolaten Leistungen seines Personals auf dem Eis mitunter schon recht ratlos. Die von ihm als Charakterspieler angekündigten Profis haben sich fast durchweg als Mitläufer entpuppt. „Unsere so genannten guten Spieler haben bisher nicht gut genug gespielt“, sagt der Kanadier. „Andy Hedlund und Peter Ratchuk meine ich nicht damit. Die hängen sich rein, andere gucken nur zu. So geht das nicht.“ Am Samstag hatte er erneut zu Einzelgesprächen gebeten - mit begrenzter Wirkung, wie sich 24 Stunden später bei der 2:4-Niederlage gegen Schlusslicht Duisburg zeigte. Ein neuerlicher Tiefpunkt in einer bisher ohnehin verkorksten Saison.
Die ersten Angriffsreihen haben durchweg enttäuscht. Der KVK-Sturm mit Klaus Kathan, Tore Vikingstad und Kapitän Daniel Kreutzer hat längst noch nicht seine alte Durchschlagskraft wiedererlangt. Immerhin zählt Kreutzer zu den wenigen Lichtblicken, die wenigstens versuchen, das verunsicherte Team wieder aufzurichten. Andere beschäftigen sich dagegen nicht besonders intensiv mit dem aktuellen Dilemma. In Mannschaftskreisen gelten besonders Rob Collins und Charlie Stephens als schwierige Typen. Doch an einem, der sie in der Kabine wachrütteln würde, mangelt es eben. Es fehlt schlichtweg die Hierarchie in der Truppe, bedingt durch die vielen Verpflichtungen in den vergangenen zwei Jahren.
Ausgerechnet die Nachwuchsspieler übernehmen auf dem Eis immer mehr Verantwortung. Typen wie Fabio Carciola und Peter Boon. „Ich hatte bestimmt nicht von ihnen erwartet, dass sie zu Leistungsträgern werden. Vielleicht in zwei, drei Jahren, aber nicht schon jetzt“, sagt Lance Nethery. „Es ist alles nicht so einfach.“ Dazu wird die Verkrampfung bei seinen routinierten Spielern immer größer. „Reine Kopfsache“, diagnostiziert er. „Ich kann schlecht in die Apotheke rennen und Tabletten holen, damit sie wieder mehr Selbstvertrauen bekommen.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





