Eishockey: DEG sucht Partner für Hedlund
VON GEORG AMEND - zuletzt aktualisiert: 12.08.2010 - 09:39Andy Hedlund verlässt die Kabine an der Brehmstraße. Der Verteidiger des Eishockey-Erstligisten DEG Metro Stars trägt eine kurze Hose, T-Shirt, leichte Stoffschuhe und – typisch für seinen Freizeit-Look – eine Kappe auf dem Kopf.
Es ist kein Cappy, das die jungen Leute tragen, sondern eine eng am Haupt anliegende mit einem kleinen Schirm. Diesmal ist sie hellblau, doch der 32-Jährige hat eine ganze Sammlung davon in den verschiedensten, allesamt gemäßigten Farben.
Gemäßigt ist Hedlund normalerweise auch, doch in diesen Tagen ist das anders. Der 1,86-Meter-Mann strahlt nahezu ständig, die gute Laune sprudelt immer wieder aus ihm heraus. Er begrüßt alte Bekannte an der Brehmstraße und schon erzählt er wieder, wie glücklich er sei, zurück in Düsseldorf zu sein. Das eine Jahr bei den Mannheimer Adlern sei "frustrierend, sehr frustrierend" gewesen, aus dem Sammelsurium an Top-Spielern sei nie eine Einheit geworden, er selbst blieb dabei weit von seiner Bestform entfernt.
Da die Adler seinen Vertrag vorzeitig auflösten, kassierte er eine kräftige Abfindung, die es der DEG ermöglichte, den US-Amerikaner zu vergleichsweise günstigen Bezügen zu verpflichten. Dass es nochmals einen ähnlich glücklichen Deal geben wird, ist eher unwahrscheinlich, aber DEG-Manager Lance Nethery sucht derzeit noch einen schlag(schuss)kräftigen Verteidiger. In Hedlund, Jason Holland – der deutlich an seiner Fitness gearbeitet hat – und Marian Bazany haben die Metro Stars nur drei Defensivkräfte, die bereits ihre Ligatauglichkeit unter Beweis gestellt haben.
Marco Nowak kann in dieser Saison den endgültigen Durchbruch schaffen, für die Nachwuchskräfte Niklas Clusen und Yannik Woidtke würde es die erste Spielzeit in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Zugang Sascha Pokulok muss noch nachweisen, dass er nicht nur groß (1,97 Meter) und dennoch beweglich, sondern auch ein Top-Verteidiger ist. Deshalb besteht in der Defensive noch Nachbesserungsbedarf.
Ein Ausländer soll es sein, denn "gute deutsche Verteidiger sind zu teuer", erklärt Nethery. Außerdem dürften alle deutschen Top-Verteidiger bereits einen gut dotierten Vertrag unterschrieben haben. Etwa Nationalspieler Justin Krueger, der in Bern seine erste Profistation bezogen hat. Das ermöglicht es ihm, als Schweizer für Bern zu spielen: Bei den Eidgenossen kann ein Akteur, der seine erste Profilizenz beantragt, direkt die der Schweiz annehmen und fällt so nicht ins Ausländerkontingent.
Ein anderer starker deutscher Verteidiger war für die DEG auch nicht zu bekommen: "Wir wollten Robert Dietrich zurückholen, aber er hat sich für die Adler Mannheim entschieden. Ich weiß auch warum", berichtet Nethery vielsagend. Bleibt abzuwarten, ob der Nationalverteidiger in Mannheim sein Glück findet – bei Hedlund war es offensichtlich nicht so. Den emotionalen Ausschlag für die Rückkehr an den Rhein gab übrigens seine Frau Nicole: "Sie wollte unbedingt hierhin zurück", erklärt Hedlund. Bald kommt Nicole nach Düsseldorf nach, weshalb Hedlund aktuell "das Haus aufräumt". Sicher tut er das strahlend.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





