DEG Metro Stars: DEG unterliegt München
VON CHRISTIAN SPOLDERS UND PATRICK SCHERER - zuletzt aktualisiert: 17.01.2011 - 10:32Die Metro Stars haben auch das zweite Spiel an diesem Wochenende gegen den EHC verloren. Im Dome setzte es eine 3:4-Pleite nach Verlängerung. Schiedsrichter Ulpi Sicorschi erwischte einen ganz schlechten Tag.
Daniel Kreutzer war angefressen. Dennoch war der 31-Jährige der erste, der sich nach dem abrupten Ende des Eishockey-Spiels zwischen den DEG Metro Stars und dem EHC München, das die Gäste im ISS Dome 4:3 (1:2, 1:1, 1:0) nach Verlängerung gewannen, an die Zuschauer wandte. Mit einer Handbewegung forderte er sie auf, der Mannschaft Applaus zu spenden. Die Fans taten wie vom Kapitän befohlen – und spendeten den auch ehrlich gemeinten und durchaus angebrachten Trost.
Denn die Düsseldorfer mussten nicht nur gegen die Münchner Spieler antreten, sondern auch gegen Schiedsrichter Ulpi Sicorschi. Der brachte mit zum Teil haarsträubenden Entscheidungen nicht nur die meisten der 4929 Zuschauer zur Verzweiflung, sondern auch Kreutzer. "Natürlich waren wir nicht mit allem einverstanden, was er gepfiffen hat", sagte der Angreifer. Für die größte Verwirrung sorgte der Unparteiische, als er beim Stand von 2:3 und bei Scheibenbesitz DEG eine Strafe anzeigte und die Düsseldorfer spielen ließ. Sasha Pokulok erzielte wenige Sekunden später den vermeintlichen Ausgleich, dem die Anerkennung aber verweigert wurde. Der Grund: Die Strafe war gegen DEG-Stürmer Rob Collins angezeigt, nicht gegen einen Münchner. "Dann frage ich mich aber, warum er uns weiterspielen lässt, bevor ihm doch noch einfällt, dass er eine Strafe gegen uns geben muss", sagte Kreutzer.
DEG: Niederberger (Renkewitz) - Roach, Hedlund; Holland, Dinger; Bazany, Pokulok; Nowak - Reimer, Collins, Kreutzer; Kaufmann, Beechey, James; McCutcheon, Murphy, Courchaine; Hinterstocker, Hofland, Danner.
Schiedsrichter: Sicorschi (Waldkraiburg). -
Zuschauer: 4929. Tore: 1:0 (1:19) Kaufmann (4-5); 1:1 (5:02) Schneider (Ready, Wrigley; 5-4), 1:2 (13:53) Ready (Sturm, Schneider), 1:3 (22:55) Kompon (Ready), 2:3 (37:52) Courchaine (McCutcheon, Bazany), 3:3 (51:41) Kaufmann (Beechey, Holland; 5-4), 3:4 (61:24) Adams (Kompon). Strafminuten: Düsseldorf 16 + 10 Murphy, München 18.
Auch Trainer Jeff Tomlinson war auf Sicorschi nicht gut zu sprechen. In der zweiten Drittelpause nahm er sich den Referee sogar gemeinsam mit Münchens Coach Pat Cortina zur Brust. "Wir wollten klarstellen, dass wir hier Eishockey spielen", erklärte Tomlinson. Darauf habe der Schiedsrichter allerdings nicht wirklich reagiert. "Es ist schwierig für meine Spieler herauszufinden, wie weit sie gehen dürfen, wenn es keine klare Linie gibt." So handelten sich die Gastgeber für sie ungewöhnlich satte 16 Strafminuten ein. Zudem bekam Mark Murphy eine zehnminütige Disziplinarstrafe aufgebrummt, weil er seinem Unmut über diverse Entscheidungen Luft machte.
Dennoch wollte Tomlinson die zweite Niederlage binnen 48 Stunden gegen München nicht auf den Schiedsrichter schieben. "Er ist auch nur ein Mensch und macht Fehler", sagte er. "Außerdem hatten wir genug Chancen, das Spiel zu entscheiden." Allein im Schlussdrittel hatte die DEG 15 Schüsse, München nur drei. Immerhin sorgte Evan Kaufmann mit seinem zweiten Treffer (er hatte bereits die 1:0-Führung erzielt, Adam Courchaine auf 2:3 verkürzt) dafür, dass es in die Verlängerung ging und zumindest einen Punkt gab. "Damit bin ich sogar schon zufrieden", sagte der Trainer. "Wir waren zu verspielt und wollten es zu schön machen." Immerhin würdigten die Fans das Bemühen mit dem von Kreutzer erbetenen Applaus.
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