DEG Metro Stars: Der DEG versagen die Nerven
VON CH. SPOLDERS UND P. SCHERER - zuletzt aktualisiert: 08.02.2011 - 10:25Die Metro Stars dominieren das Eishockey-Derby bei den Kölner Haien, scheitern in der Schlussphase aber an sich selbst. Am Ende kamen nur noch wenige Spieler zum Einsatz, da andere mit dem Druck nicht klarkamen.
Jeff Tomlinson konnte es selbst nicht fassen. Mehr als zwei Drittel dominierte seine Mannschaft, die DEG Metro Stars, eines der elektrisierendsten Derbys in Deutschland bei den Kölner Haien. Doch dann gab sie den sicheren Sieg noch aus der Hand. "Mit den ersten 50 Minuten war ich zufrieden", resümierte der Trainer.
Ärgerlich nur, dass ein Eishockey-Spiel eine Stunde dauert – und im Falle eines Unentschiedens noch Verlängerung und Penalty-Schießen folgen. In letzterem unterlagen die Düsseldorfer 3:4 (2:0, 1:1, 0:2). "Wir haben in der Schlussphase zu viele Fehler gemacht", erkannte Tomlinson.
In eben jenem letzten Drittel war die großartige Vorstellung, die der Tabellenvierte der Deutschen Eishockey Liga bis dahin ablieferte, kaum noch etwas Wert. "Da konnten wir kein schönes Hockey spielen", gab Tomlinson zu. "Da hieß es nur noch: ,Kämpfen und raus mit der Scheibe'." Es gelang mit mäßigem Erfolg.
Danner doch dabei
Die Etablierten Daniel Kreutzer ist morgen beim Länderspiel gegen Weißrussland dabei, Patrick Reimer anschließend auch beim Slovakia-Cup in Bratislava.
Der Neue Simon Danner ist von Bundestrainer Uwe Krupp nachnominiert worden und reiste gestern zum Treffpunkt nach Frankfurt.
Der Kölner Moritz Müller muss eine Strafe befürchten. Er hatte nach dem Derby-Sieg während der Humba der Kölner „Scheiß DEG“ durchs Stadion-Mikrofon gerufen.
Die anstrengende Defensiv-Arbeit verrichteten in der Druckphase der Kölner nur noch elf Spieler. Dabei besteht ein Team im Optimalfall aus 22 Akteuren, die DEG hat 19. Marco Nowak (Gelenkkapselriss in der Schulter) und Rob Collins (Muskelfaserriss in der Hüfte, er wird wohl zwei Wochen pausieren) fielen komplett aus, während des Derbys gesellten sich mehrere Spieler hinzu.
Allerdings nichts aus Verletzungs-, sondern aus Leistungsgründen. "Ich habe am Ende nur noch zwei Reihen spielen lassen, weil ich von unserem dritten Sturm enttäuscht war", erklärte Tomlinson. Simon Danner, der wie Mark McCutcheon und Mark Murphy zu dieser Formation gehört, gab zu, dass "wir nach dem Anschlusstreffer vielleicht ein bisschen Panik" bekommen haben. Keine gute Voraussetzung.
Auch Marian Bazany und Sasha Pokulok waren im Schlussabschnitt zum Zuschauen verdammt worden. "Sasha hatte Probleme mit dem Druck", erkannte Tomlinson, dass einigen Spielern die Nerven versagten.
Die übrigen konnten sich hingegen nur wenig vorwerfen lassen. Connor James bot eine Gala-Vorstellung, die Manager Lance Nethery ausdrücklich lobte ("Er war der beste Stürmer auf dem Eis"). Torhüter Jean-Sebastien Aubin sorgte dafür, dass es immerhin in die Extra-Zeit ging, wofür sich Tomlinson sogar bedankte ("Köln hätte in der regulären Spielzeit noch gewinnen können, darum bin ich mit dem einen Punkt zufrieden").
Und Top-Torjäger Evan Kaufmann zeigte mit seinen Saisontoren 18 und 19, dass er fast schon unverzichtbar geworden ist. Sonderlich freuen wollte er sich über seine Treffer nach der Niederlage aber nicht. "Es ist schon echt enttäuschend für das Team, dass wir noch verloren haben", sagte er. "Aber es wird uns nicht aus der Bahn werfen."
Doch mit einer Pleite in Köln hatte nach 50 Spielminuten auch keiner mehr gerechnet.
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