DEG: Der Glücksanzug der DEG
VON CHRISTIAN SPOLDERS - zuletzt aktualisiert: 22.02.2011spo (RPO). Als die Hannover Scorpions zum ersten Mal in dieser Saison zu Gast bei den Metro Stars waren, wechselte Trainer Jeff Tomlinson seine Garderobe – und seine Spieler starteten eine Serie. Heute kommt Hannover wieder (19.30 Uhr).
Irgendwann gab es ihn, diesen Moment, in dem Jeff Tomlinson diesen blau-grauen Anzug aus dem Schrank kramt, der ihm während seiner Zeit als Assistent bei den Eisbären Berlin so viel Glück gebracht hatte, um ihn zum ersten Mal in Diensten als Trainer der DEG Metro Stars anzuziehen. Es ist der 12. Oktober vergangenen Jahres, seine Spieler haben nur vier von elf Spielen in der Deutschen Eishockey Liga gewonnen, und Tomlinson weiß, dass "mein Kopf auf der Schlachtbank liegt", wie er selbst sagt. Darum tauscht er das schwarze gegen das hellere Sakko – und startet mit dem furiosen 4:2-Erfolg gegen die Hannover Scorpions, bei dem die Metro Stars bereits nach 14 Minuten 4:0 führen, eine Serie von 19 Siegen aus 23 Spielen, die die Metro Stars vom vorletzten Tabellenplatz zwischenzeitlich sogar an die Spitze katapultiert.
Heute (19.30 Uhr) ist Hannover zum zweiten Mal zu Gast im Rather Dome. Vor dem ersten Vergleich wurde gemunkelt, dass bei einer weiteren Niederlage tatsächlich die Entlassung des deutsch-kanadischen Trainers erfolgen würde. DEG-Manager Lance Nethery bestreitet das bis heute. "Jeff stand nie auf der Kippe", sagt er. "Ich fand seine Arbeit seit August sehr gut und stand zu hundert Prozent hinter ihm. Und das tue ich noch immer." Als Zeichen dafür wurde der Kontrakt des Coaches vor einem Monat (und nach fünf Pleiten in Serie) bis 2012 verlängert.
Aus beiden Krisen – jene zu Saisonbeginn und die im Januar – haben sich die Metro Stars mittlerweile verabschiedet. Drei Siege gab es in den vergangenen vier Spielen, der Trend zeigt wieder nach oben – ebenso wie die Leistungskurve im Aufgabenbereich Abwehr. Nach teils desaströsen Fehlern im Spielaufbau seiner Vorderleute kassierte Torhüter Jean-Sebastien Aubin zuletzt nur drei Gegentreffer in zwei Spielen. Noch stärker ist allerdings die Bilanz der Hannoveraner, die bei ihren Siegen beim EHC München und gegen Spitzenreiter Grizzly Adams Wolfsburg nur ein Tor zuließen. "Die spielen ein knallhartes defensives System", sagt Nethery. "Außerdem haben sie viele erfahrene Spieler." Darum sollte ein Rückstand wie zuletzt beim 5:3 gegen die Krefeld Pinguine, gegen die Tomlinsons Team 1:3 zurückgelegen hatte, nicht erneut vorkommen. "So etwas können wir nicht immer drehen", warnt Nethery.
Ob Rob Collins, Sturmführer der ersten Reihe, nach seinem Muskelfaserriss in der Hüfte dabei ist, entscheidet sich erst heute. Für ihn würde Adam Courchaine mit Daniel Kreutzer und Patrick Reimer stürmen. Marco Nowak ist frühestens Freitag wieder fit.
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