DEG: Die Metro Stars am Limit
VON GEORG AMEND - zuletzt aktualisiert: 10.10.2009 - 10:02Am Sonntag empfangen die Düsseldorfer im ISS Dome Nürnberg. Sorgen bereitet den Hausherren in der Deutschen Eishockey-Liga sowohl die dünne Personaldecke als auch die schwankende Form einiger Stars.
Eishockey. gilt als die schnellste Mannschaftssportart der Welt – kein Wunder, dass es auch bei personellen Entscheidungen dort mitunter sehr schnell gehen kann. So auch bei der Düsseldorfer EG. Stürmer Shane Joseph hatte die Erwartungen nicht erfüllt, war von Trainer Harold Kreis auf die Bank beordert und durch den jungen Angreifer Martin Hinterstocker ersetzt worden.
Der Youngster machte seine Sache so gut, dass der Kanadier nicht wirklich vermisst wurde. Doch dann zog sich Hinterstocker einen Syndesmosebandriss zu und nun ist Joseph wieder im Team. Notgedrungen, denn die DEG kann am Sonntag (ab 18.30 Uhr im Live-Ticker) gegen Nürnberg gerade einmal neun Stürmer, also drei Angriffsreihen, aufbieten. Die DEG am Limit.
Die Qual der Wahl hat Trainer Kreis demnach nicht – die Mannschaft stellt sich fast von alleine auf. Daher bleibt dem Übungsleiter mangels Alternativen auch nichts anderes übrig, als seine Sorgenkinder stark zu reden: "Ich bin überzeugt, dass Shane und die gesamte Reihe um Brandon Reid den Weg nach oben finden wird. Ich bin überzeugt, dass sie an ihre gewohnte Leistung anknüpfen können."
Die Reid-Reihe entwickelt sich damit zum Sinnbild der gesamten Mannschaft. Denn in den beiden letzten Heimspielen, beim 4:2-Sieg gegen Mannheim und dem 6:3-Erfolg über Berlin, zeigte die DEG ihr ganzes Potential. Das war beste Werbung in eigener Sache. Doch schon bei der folgenden Auswärtsaufgabe in Wolfsburg (1:3) war von all dem nichts mehr zu sehen. Da war es weder die Leistung, zu der die Reid-Reihe fähig ist, noch die, zu der die DEG fähig ist.
Das soll sich nicht wiederholen, findet Kreis: "In Wolfsburg haben wir nicht gut gespielt. Da haben wir dem Gegner zwei Geschenke gemacht." Der Trainer meint damit zum Beispiel die unglückliche Co-Produktion von Marco Nowak und Adam Courchaine, die zum Wolfsburger 1:0 führte: Verteidiger Nowak hatte Stürmer Courchaine den Pass etwas in den Rücken gespielt, so dass der Angreifer unter Druck geriet und den Puck direkt in den Schläger des Gegners spielte. "Immerhin war Nowaks Pass mal einer auf einen unserer Schläger", sagt Kreis mit Blick auf die Fehlpässe von Courchaine und Korbinian Holzer, der zum 1:3 führte. Kreis nimmt Nowak aber auch in Schutz: "Marco ist ein junger Verteidiger, der noch einen Reifungsprozess durchlaufen muss – auch in der Verarbeitung eines solchen Gegentores. Aber er kriegt seine Chance. Die Mannschaft braucht ihn." Auch, weil Verteidiger Chris Harrington verletzt ist. Denn morgen gegen Nürnberg mangelt es der DEG an Alternativen – vorne wie hinten.
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