DEG Metro Stars: Düsseldorf setzt Talfahrt fort
VON GEORG AMEND - zuletzt aktualisiert: 28.01.2011 - 23:24„Dreckige Tore“, hatte Trainer Jeff Tomlinson gefordert und zumindest das gelang den DEG Metro Stars gegen die Grizzly Adams Wolfsburg in der Deutschen Eishockey Liga. Am Ende verloren die Düsseldorfer aber mit 3:4 gegen Wolfsburg.
Beim 1:1 profitierte Martin Hinterstocker davon, dass sich Blake Sloan als letzter Mann sehr unsanft auf den Hintern setzte, der Düsseldorfer hatte so freie Bahn und tanzte Wolfsburgs Torwart Jochen Reimer aus. Beim 2:2 fälschte Patrick Reimer einen Schlagschuss zum nächsten Gegentreffer gegen seinen Bruder im Grizzly-Gehäuse ab – auch ein Treffer der Kategorie „dreckig“. Das reichte aber nicht, um die 3:4 (0:1, 2:1, 1:2)-Niederlage abzuwenden.
Mussten die DEG-Spieler hart für ihre Tore arbeiten, trafen die Gäste teilweise fast zu leicht. Beim 0:1 aus Düsseldorfer Sicht nutzte John Laliberte einen schlecht getimten Wechsel der Hausherren, beim 1:2 passte Laliberte einfach quer auf Christopher Fischer, der gar nicht attackiert wurde und so präzise ins untere Eck traf. Jean-Sébastien Aubin im DEG-Tor war bei beiden Gegentoren chancenlos, wirkte aber nach der Kritik aus den vergangenen Spielen immer wieder unsicher.
Auf der Gegenseite stand in Jochen Reimer ein Mann im Tor, den einige nur zu gerne wieder im DEG-Dress sehen würden – ungeachtet der Tatsache, dass Aubins Vertrag noch bis 2012 läuft. In jedem Fall hat sich der gebürtige Mindelheimer zu einem der besten Torhüter der Liga entwickelt, und stellte das auch gestern immer wieder unter Beweis.
Als er einen harten Schuss von Adam Courchaine aus kürzester Distanz noch unter der Latte mit der Fanghand wegfischte, gab es sogar Applaus von den gegnerischen Fans.
Machtlos war er nur bei den„dreckigen Toren“, die sich anscheinend auch auf die Spielweise der Gäste auswirkten: Erst sorgte Laliberte mit einem Knie-Check für einigen Unmut bei seinem „Opfer“, Jason Holland, dann erwischte Jeff Hoggan Daniel Kreutzer mit hohem Stock derart im Gesicht, dass der DEG-Kapitän eine Platzwunde über dem linken Auge davontrug.
Dafür gab es richtigerweise die Spieldauerstrafe vom guten Schiedsrichter Heiko Dahle. Bemerkenswert, dass es bis zur 51. Minute dauerte, bis die DEG in Person von Kreutzer ihre einzige Strafe in diesem Spiel kassierte – und direkt bestraft wurde: Jan-Axel Alavaara traf zum 3:2, Laliberte erhöhte auf 4:2. Die DEG-Fans quittierten das mit „Wir wollen euch kämpfen sehen“-Gesängen an die Adresse der eigenen Mannschaft.
Das hatte diese zwar getan, aber nicht genug, um die dritte Niederlage gegen Wolfsburg im dritten Aufeinandertreffen dieser Saison zu verhindern. Da halfen auch „dreckige Tore“, wie das reingestocherte 3:4 von Simon Danner nicht.
Statistik
Düsseldorfer EG - EHC Wolfsburg 3:4 (0:1, 2:1, 1:2). - Tore: 0:1 Laliberte (16:13), 1:1 Hinterstocker (28:27), 1:2 Fischer (29:27), 2:2 Reimer (35:54), 2:3 Alavaara (51:04), 2:4 Laliberte (53:57), 3: 4 Danner (59:21). - Schiedsrichter: Dahle (Berlin). - Zuschauer: 4872. - Strafminuten: Düsseldorf 2 - Wolfsburg 10.
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