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DEG Metro Stars: Düsseldorf versucht den Neuanfang
VON PATRICK SCHERER UND GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 08.12.2011 - 08:44Düsseldorf (RP). Die monatelange Zitterpartie um die Zukunft der Düsseldorfer EG in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ist vorerst beendet. Es passt allerdings ins Gesamtbild des Vereins, dass diese Nachricht auf recht chaotische Weise an die Öffentlichkeit gelangt ist.
Auf einer eilends einberufenen Pressekonferenz teilten Aufsichtsratschef Joachim Suhr und Geschäftsführer Lance Nethery mit, dass sie ihre Posten räumen würden, um so den Weg für eine Rettung der DEG freizumachen. Stattdessen übernimmt der Stammverein wieder die Macht über die ausgegliederte Profi-Abteilung. "Die gute Nachricht ist, dass die DEG nächstes Jahr in der DEL spielt", erklärt Markus Wenkemann, Präsident des eingetragenen Vereins DEG.
Auf der Gesellschafterversammlung der DEG Metro Stars GmbH am Dienstagabend sollte eigentlich alles seinen gewohnten Gang gehen. Doch neben der Entlastung des Vorstands kam es zum Paukenschlag. Die Führung des Vereins, bestehend aus Wenkemann, Vize-Präsident Manfred Kirschenstein, Schriftführer Frank Merry, Jugendobmann Peter Mörsch und Schatzmeister Detlef Kemen, legte Aufsichtsratschef Joachim Suhr und Lance Nethery, der Sportlicher Leiter und Geschäftsführer in Personalunion ist, den Rückzug nahe.
Suhr trat daraufhin gestern mit sofortiger Wirkung zurück. Nethery möchte seinen Posten als Geschäftsführer "möglichst bald" abgeben. Sein Vertrag als Sportlicher Leiter läuft noch bis zum 30. April 2012, spätestens dann sei für ihn auch diese Aufgabe beendet. Gut möglich, dass er schon früher auch diesen Posten räumen muss. "Wenn sie mich früher loswerden wollen, müssen sie mich entlassen", sagt Nethery. Auch Ben Zamek ist als stellvertretender Geschäftsführer zurückgetreten.
Der Stammverein, der die Anteile der Metro (bisher noch Namenssponsor) der DEG GmbH (12,4%) für einen Euro erworben hatte, hält seitdem wieder die Mehrheit an der Gesellschaft, möchte nun andere Wege beschreiten und trug dazu in der Sitzung Pläne vor. "Diese Konzepte bringen auch personelle Neuerungen mit sich", hieß es in einer Pressemitteilung. Zu den genauen Vorgängen während der Versammlung, bei der es nach Informationen dieser Zeitung ganz und gar nicht harmonisch zugegangen sein soll, bewahrt Wenkemann Stillschweigen: "Das sind Interna."
Wer die Geldgeber sind, die die Zukunft der DEG sichern sollen, unterliegt ebenfalls noch der Geheimhaltung: "Wir werden uns dazu Anfang der nächsten Woche äußern, wenn wir Luft geholt haben", sagt Wenkemann, macht den Fans aber durchaus große Hoffnungen: "Wir sind auf einem sehr, sehr guten Weg und werden die Sponsoren im Gesamtpaket vorstellen." Sehr wahrscheinlich ist, dass nicht ein großer Geldgeber präsentiert wird, sondern mehrere Firmen sich die finanzielle Last teilen. "Wir werden mehrere Schultern in Anspruch nehmen. Deshalb freuen wir uns auch über jede weitere Unterstützung, die Eishockey in Düsseldorf langfristig sichert", sagt Wenkemann.
Bis zuletzt hatte die alte Führung um Suhr und Nethery für eine Lösung gekämpft. Es soll schon sehr weitgehende Gespräche mit Investoren gegeben haben. Am Ende lagen aber nur die Nerven blank. Andrej Trefilov, früher Torwart bei der DEG und heute als Spielerberater tätig, erhielt von der DEG ein Hausverbot ausgesprochen, weil er über die Führungskräfte des Vereins bei möglichen Geldgebern schlecht gesprochen haben soll.
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