DEG: Eigene Jugend ist Trumpf
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 17.02.2009 - 06:31In der kommenden Saison sollen für den Eishockey-Club mehrere Spieler aus dem eigenen Nachwuchs im Kader stehen. Verteidiger Tim Schüle gehört auch dazu – ihm will Manager Lance Nethery einen neuen Vertrag anbieten.
Tim Schüle sitzt zu Hause. Der Kopf brummt. Der Nachwuchs-Verteidiger der DEG hat sich eine Gehirnerschütterung zugezogen – absolutes Sportverbot. "Ich muss nochmal zum Neurologen", erklärt der Eishockeyspieler. "Aber wie lange das dauert, weiß ich nicht." Schüle hat Pech. Denn seit er am Anfang der Saison in der Deutschen Eishockey Liga 19 Mal im Kader der Metro Stars stand und regelmäßig zum Einsatz kam, ist seitdem kein Spiel mehr hinzugekommen.
"Immer, wenn im Profikader einer fehlte, und wir Tim hätten gebrauchen können, war er leider nicht für uns verfügbar", sagt Manager Lance Nethery. So war er über Weihnachten, als Ryan Caldwell gesperrt war, bei der Junioren-WM in Kanada. Und aktuell fällt Korbinian Holzer aus – wie auch Schüle. Doch Nethery hält große Stücke auf den jungen Mann, der aus Bietigheim kam.
Deshalb wird er dem 18-Jährigen einen neuen Vertrag für die kommende Saison anbieten. "Ich möchte, dass Tim sich bei uns weiterentwickelt. Er wird nicht sofort Stammspieler in der ersten Mannschaft", erklärt Nethery. "Aber wenn er sich anstrengt, kann er es schaffen. Ich habe bereits mit seinem Agenten gesprochen."
Schüle ist einer von mehreren Bausteinen in einem Trend für die kommende Saison. Denn Manager Nethery will den deutschen Teil des Kaders umbauen. Für Fabio Carciola und Peter Boon ist in der kommenden Saison kein Platz mehr, Martin Hinterstocker soll hingegen wohl bleiben. Zudem könnten junge, aufstrebende Spieler aus der zweiten Mannschaft aufrücken.
"Diego Hofland und Thorsten Griess sind sehr interessante Kandidaten, sie haben schon häufig mit uns trainiert", betont Nethery, der sich über Stärken und Schwächen beider Spieler aber im Klaren ist. "Diego ist körperlich gut dabei, hat eine hervorragende Technik. Er muss aber noch das Teamspiel lernen, taktisch ist er noch nicht so weit. Außerdem ist er immer noch Holländer – er braucht einen deutschen Pass."
Griess hingegen ist vom Körperbau her sehr klein. "Viele haben gesagt, dass er es in der DNL nicht schaffen würde. Danach hieß es das Gleiche über die Regionalliga", sagt der 50-Jährige. "Er hat sich immer durchgesetzt. Warum nicht auch in der DEL?" Natürlich ist es auch aus finanziellen Gründen reizvoll, auf die eigene Jugend zu setzen – eigene Spieler kosten weniger als welche von außerhalb.
Ist es ein falsches Zeichen, dass die DEG in Bradley Tutschek, Evan Kaufmann und in der kommenden Saison Jason Holland drei "deutsche" Spieler mit nordamerikanischen Wurzeln aufbietet? Nethery sagt "Nein": "Wir wollen langfristig einen Stamm an Spielern aus unserer eigenen Jugend bilden. In Berlin spielen auch die beiden Mulock-Brüder sowie Rob Zepp im Tor mit einem deutschen Pass. Die Eisbären sind trotzdem das Vorbild für alle anderen Klubs."
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