DEG Metro Stars: Einbruch im Derby
VON GEORG AMEND - zuletzt aktualisiert: 01.11.2010 - 12:48Der Tabellenletzte der Deutschen Eishockey Liga verdarb den Düsseldorfern die Feier zum 75-jährigen Vereinsjubiläum. Mit 7:3 gewannen die Kölner Haie im ISS Dome unerwartet deutlich.
Patrick Reimer konnte es selbst nicht fassen: Nach toller Vorarbeit von Rob Collins und einem präzisen Pass von Derek Dinger musste der Stürmer der DEG Metro Stars nur noch den Schläger hinhalten, um den Puck ins leere Tor zur 1:0-Führung gegen die Kölner Haie abzulenken, doch das Spielgerät versprang und landete neben dem Kasten. Schon da zeichnete sich ab, dass das Derby nicht die Partie der Top-Reihe Reimer, Collins und Daniel Kreutzer werden würde.
Zwar ging die DEG noch durch Tyler Beechey mit 1:0 in Führung, doch am Ende verlor sie den rheinischen Derby-Klassiker in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) deutlich mit 3:7. Das lag natürlich nicht nur an der Top-Reihe, die es diesmal zu nichts Zählbarem brachte, sondern unter anderem auch daran, dass Köln seine Chancen wesentlich besser nutzte. Sinnbildlich das Tor zum 2:2, als Christoph Ullmann genau wie Reimer den Schläger vors leere Tor hielt, in seinem Fall aber traf.
War das 1:1, als der Puck von John Tripps Brust ins Tor sprang, noch glücklich, so war das 2:2 die Folge einer DEG-Leistung, die den Gegner ins Spiel brachte. Direkt nach Ullmanns Tor etwa spielte Connor James erneut Beechey bei einem Konter gegen nur noch einen Kölner Abwehrspieler an, jedoch nicht ganz so präzise wie beim 1:0. Beechey vergab so das mögliche 3:2, Kreutzer traf kurz darauf noch den Pfosten, und im direkten Gegenzug brachte erneut Tripp die Haie zum ersten Mal in Führung. Diese gaben die Gäste nicht mehr her, bauten sie sogar noch aus und verpassten dem rheinischen Kontrahenten so eine deftige Packung.
Die KEC-Fans sangen im Rather Dome „Oh wie ist das schön“ und „Die Nummer eins am Rhein sind wir“ – und das als Tabellenletzter. Der Kölner an sich gilt ja als sehr humorvoll. Weniger Spaß hatten naturgemäß die mit 3:7 abgewatschten Hausherren, vor allem Jeff Tomlinson war der Abend gründlich verdorben. Der DEG-Trainer bemängelte die Einstellung etlicher Spieler, die „nicht anwesend“ gewesen seien, und ging unter anderem mit Verteidiger Sascha Pokulok hart ins Gericht: „Er braucht einen Weckruf, er muss mehr bringen. Er ist zwar ein junger Spieler, aber bei ihm habe ich das Gefühl, dass er, wenn er einen Fehler macht, nicht mehr zurück ins Spiel findet. Er muss mental stärker werden.“
Doch auch offensiv hatte Tomlinson einiges nicht gefallen, so dass er gar erklärte: „Ich hätte die vierte Reihe vielleicht öfter bringen müssen, denn diese Jungs waren aggressiv und haben alles gegeben.“ Diese Formation bildeten gegen Köln die Stürmer Martin Hinterstocker, Diego Hofland und PJ Fenton – die einzige Reihe, die es aber auf Scorerpunkte brachte, war die mit James, Beechey und Evan Kaufmann. Von der Paradereihe um Collins kam zu wenig.
„Es war nicht sein Tag“, nahm Tomlinson den Spielmacher in Schutz. „Es war aber nicht nur Collins allein. Es geht um die Chemie von drei Stürmern auf dem Eis. Das hat diesmal nicht funktioniert, aber diese Reihe hat uns in den vergangenen Wochen getragen. Nur: Wir brauchen mehr als eine Linie. Diesmal war es die um Beechey, aber es war wieder nur eine Reihe.“
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