DEG: Hedlund findet sein Glück
VON GEORG AMEND - zuletzt aktualisiert: 09.11.2010 - 09:38Sieben Siege aus acht Spielen und der beliebte Eishockey-Monat November brachten wieder Stimmung in den ISS Dome. Beim 5:1-Heimsieg der DEG Metro Stars über die Hamburg Freezers in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) stimmten die Düsseldorfer unter den 4663 Fans passend zur Jahreszeit Lieder wie „Kling Glöckchen“ oder „Sankt Martin“ an, wobei letzteres immer dann mit dem Text vom „armen Mann“ im Tor versehen wird, wenn der gegnerische Goalie nicht allzu viel zu lachen hat.
Als sich dann noch DEG-Stürmer PJ Fenton mit Hamburgs Chad Bassen kurz vor Spielende eine von Beginn an ohne Handschuhe ausgetragene Prügelei lieferte, die weder von Schiedsrichtern noch Mitspielern gestört wurde, freuten sich die Fans: „Endlich wieder Eishockey!“ Nach der Schlusssirene forderten sie: „Wir wollen den Fenton sehen.“ Der Prügel-Held kam so zur Ehrenrunde erst allein aufs Eis, dann folgte ihm das Team: Marian Bazany stimmte die „Humba“ mit dem Text „1935“ an, weil die DEG gestern ihren 75. Geburtstag feierte, Marco Nowak legte die „echte Humba“ nach. So verabschiedeten die DEG-Feierbiester die Fans stimmungsvoll in die Liga-Pause.
Maßgeblichen Anteil am Erfolg hatte Doppeltorschütze Andy Hedlund. Der Verteidiger hat nun nach dem 19. Saisonspiel einen Treffer mehr (sieben) erzielt als in der kompletten Vorsaison bei Adler Mannheim. Dieser Fakt brachte den US-Amerikaner zum Lachen. „Wirklich? Wie lange hat das gedauert, bis ihr das rausgefunden habt?“ Wenige Sekunden, dank Internet, lautete die Antwort. Hedlund erklärte: „Ich bin sehr froh, in einer Situation wie dieser zu sein. In Mannheim haben andere Leute die Chancen gekriegt, hier geben mir die Jungs den Puck. Andy Roach spielt mich in Überzahl immer perfekt an, Patrick Reimer bedient mich bei meinem zweiten Tor großartig. Ich könnte nicht glücklicher sein als hier.“
Auch sein Trainer Jeff Tomlinson atmete nach dem Sechs-Punkte-Wochenende durch: „Dadurch wird meine Pause viel ruhiger.“ Heute fliegt der Coach nach Amerika, besucht seine Familie und schaut sich ein paar Spiele der Topliga NHL an. Seinen Spielern wünschte Tomlinson „einen schönen Urlaub und Regeneration“. Die soll vor allem Kapitän Daniel Kreutzer nutzen, um seine leichten Beschwerden auszukurieren - daher wird er am Wochenende nicht beim Deutschland-Cup spielen. Dafür wurde von der DEG nun auch der 23-jährige Stürmer Simon Danner von Bundestrainer Uwe Krupp für die Länderspiele in München nachnominiert.
Dabei sind weiterhin Patrick Reimer für Deutschland sowie Connor James, Tyler Beechey und Torwart Jean-Sébastien Aubin für Kanada (RP berichtete exklusiv). Aubin gab gegen Hamburg gleich einmal eine gute Bewerbung ab, so dass Tomlinson lobte: „Ich bin echt froh, Aubs zu haben. Er war für uns da.“ Aubin fand: „Wir haben vorn solide gespielt, viele Strafen herausgefordert und sie ausgenutzt.“ Die Frage, warum es nach dem schwachen Start nun zu sieben Siegen aus acht Spielen gelangt habe, konterte Aubin lachend: „Wir schießen jetzt mehr Tore als der Gegner.“ So einfach kann es sein.
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