DEG: Kaufmann beschenkt sich selbst
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 01.11.2008 - 14:35Evan Kaufmann hätte auch mit leeren Händen dastehen können. Doch der Angreifer in Diensten der DEG Metro Stars in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) entschied sich für die Risikovariante und meldete sich als Schütze fürs Penaltyschießen gegen die Augsburger Panther an. Es ging alles gut und Kaufmann steuerte den entscheidenden Treffer beim 2:1-Erfolg der Hausherrn über die Gäste aus dem Süden der Republik bei.
Der achte Sieg in Folge und zumindest der kurzfristige Sprung ganz oben an die Tabellenspitze. Für ihn selbst ein doppelt so schöner Erfolg – gestern feierte er seinen 24. Geburtstag. „Daran habe ich beim Anlauf ganz bestimmt nicht gedacht“, sagt der gebürtige Amerikaner, der Dank seines Großvaters im Besitz eines deutschen Passes ist. „Wir haben das Spiel gewonnen, das ist für mich das Wichtigste.“
Ein beschwerlicher Weg
Der Weg bis dahin war allerdings äußerst beschwerlich. „Wir haben vielleicht diesen Tritt in den Hintern gebraucht“, bekundet Trainer Harold Kreis. „Du bekommst in dieser Liga Siege nicht auf dem Silbertablett serviert. Das haben einige wohl zwischendurch vergessen.“ Besonders die Überzahlformation hat sich erneut als die große Schwachstelle herauskristallisiert. „Wir hätten vermutlich noch eine halbe Stunde länger mit einem Mann mehr auf dem Eis stehen können und nichts wäre passiert“, sagt Verteidiger Korbinian Holzer selbstkritisch. „Es ist schon bemerkenswert, dass wir trotz dieser Schwäche so weit oben in der Tabelle stehen.“ Kreis hingegen sieht das Team zumindest auf einem guten Weg. „Wichtig ist, dass man sich den Erfolg erkämpft. Die Mannschaft will, alles andere kommt dann von selbst.“
Als nächstes kommt Mannheim. Die DEG tritt Sonntag (14.30 Uhr) in der Kurpfalz an. „Und auch dort werden wir versuchen, als Sieger vom Eis zu gehen“, sagt Verteidiger Marian Bazany. „Das ist vor jeder Begegnung unser Plan. Es klappt dummerweise nicht immer mit der Umsetzung. Kein Team auf der Welt kann konstant durchspielen. Wir müssen gegen Mannheim unser Spiel umsetzen, dann bin ich ziemlich zuversichtlich.“
Evan Kaufmann will auch wieder seinen Beitrag dazu leisten. Er, der Teamspieler, der sich ohne viel Aufsehen zur festen Konstante im Team von Kreis entwickelt hat. „Evan ist ein cleverer Typ, der sich ganz genau Gedanken macht, wo er auf dem Eis stehen muss“, lobt Manager Lance Nethery. „So einer ist natürlich der Liebling von jedem Trainer. Du gibst ihm einen Befehl, Evan hält sich daran.“ Wer so gehorsam ist, der hat bestimmt viele Geschenke bekommen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





