DEG: Kaufmann verzaubert die DEG
VON PATRICK SCHERER - zuletzt aktualisiert: 27.10.2009 - 16:30Im Sport kann bis zum Schluss alles passieren. Diese leidvolle Erfahrung machte die Düsseldorfer EG beim 3:2-Sieg nach Penaltyschießen gegen die Hannover Scorpions. Das Team von Trainer Harold Kreis führte lange Zeit, doch am Ende reichte es nur zu zwei Punkten. Evan Kaufmann sicherte den Sieg.
59 Minuten und 59 Sekunden waren gespielt, als Chris Herperger doch noch den 2:2-Ausgleich für die Gäste markierte. "Wir haben zur Zeit einfach Pech bei den Abprallern. Das hatte auch nichts mit Können der Hannoveraner zu tun", sagte DEG-Verteidiger Korbinian Holzer, der nach dem späten Gegentreffer seinem Unmut Luft machte, indem er seinen Schläger lautstark gegen die Plexiglasscheibe hämmerte.
Dem Pech in der regulären Spielzeit setzte DEG-Stürmer Evan Kaufmann, der den gesperrten Rob Collins in der Reihe mit Daniel Kreutzer und Patrick Reimer vertrat, Können im Penaltyschießen entgegen. Gleich dreimal trat der US-Amerikaner mit deutschem Pass im Shootout an, und verwandelte dreimal eiskalt. Das rang auch Gäste-Trainer Hans Zach, dessen Schützling Adam Mitchell bei zwei Versuchen zweimal traf, ein Kompliment ab: "Fünf Tore durch nur zwei Schützen. Hut ab." Apropos Hut – Holzer erwartet nun sogar Magie von Kaufmann: "Das war schon stark. Demnächst kommt Evan wahrscheinlich mit einem Zylinder in die Kabine und zaubert einen Hasen hervor."
Kaufmann selbst erklärte: "So etwas hatte ich noch nie zuvor", sagte der Stürmer, der am kommenden Samstag 25 Jahre alt wird. Mit drei verschiedenen Bewegungen trickste er den Hannoveraner Torhüter Youri Ziffzer aus. "Ich denke dabei nicht so viel nach. Man muss auf den Goalie achten und dann schnell reagieren", erklärte Kaufmann seine Taktik.
Nicht so glücklich schaute nach der Partie Marco Nowak drein. Der etatmäßige Verteidiger stürmte an der Seite von Craig MacDonald und Mark Murphy, legte das 2:0 durch Brandon Reid vor. Doch im Schlussdrittel musste der 19-Jährige mit einer Spieldauerstrafe wegen Hohen Stocks mit Verletzungsfolge vom Eis. "Ich habe mich nur auf die Scheibe konzentriert. Ob ich ihn überhaupt getroffen habe, weiß ich nicht. Ich war sehr überrascht als ich runter musste", sagte Nowak. Der Ex-Düsseldorfer Niki Mondt war mit einer blutigen Lippe zu Boden gegangen, konnte aber ohne Probleme weiterspielen. "Wichtig, dass wir diese Strafzeit gut überstanden haben. Die kämpferische Leistung hat mich sehr beeindruckt. Wir mussten punkten, und die Mannschaft hat das Spiel trotz des Drucks aufopfernd über die Runden gebracht", fand Kreis.
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