Interview: "Köberle ist unser Herzstück“
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 27.01.2012 - 07:24Düsseldorf (RPO). Elmar Schmellenkamp, 67, Geschäftsführer und Walter Köberle, 63, Manager der Düsseldorfer EG, über Zuversicht, den Kampf um neue Talente und Sponsoren und gemeinsame Siege beim Tennis.
Herr Schmellenkamp, gab es in den vergangenen Wochen einen Augenblick in dem Sie gedacht haben, Ihre Mission, die Rettung der Düsseldorfer EG könnte scheitern?
Schmellenkamp Die gab es ganz bestimmt. Und es gab auch Momente, wo ich innerlich schon zurückgetreten bin. Doch dann habe ich gesehen, was um diesen Verein passiert. Wie viele Leute mit Leidenschaft sich für diesen Klub einsetzen. Da habe ich mir dann gesagt: „Elmar, stell dich jetzt mal zurück und kämpfe für die DEG“. Ich habe bei meiner Rückkehr eine Chance gesehen und bin jetzt noch viel optimistischer, dass wir die Kurve erneut schaffen werden.
Wie macht sich der Druck, der auf Ihnen lastet, bemerkbar?
Schmellenkamp Ich nehme leider wieder etwas zu. Nach meinem Abschied bei den Metro Stars habe ich 15 Kilo abgespeckt, jetzt sind schon wieder zwei Kilo drauf.
Wieso haben Sie sich für Walter Köberle als neuen Sportlichen Leiter entschieden?
Schmellenkampf Es gab darüber überhaupt keine Diskussion. Wir haben ihn gefragt, ob er den Job machen würde und dann war die Sache schon beschlossen. Er war schon immer unser Herzstück und das wird auch künftig so sein.
Herr Köberle, bislang haben Sie sich als Teamleiter vor allem um die Stimmung in der Truppe gekümmert. Um auslaufende Handyverträge und die Bestellung von Essen nach den Spielen. Haben Sie mit 63 Jahren noch damit gerechnet, befördert zu werden?
Köberle Um das mal klar zu stellen: Um ihre Telefone kümmern die Jungs sich schon selbst. Sehen Sie, für mich ist die Sache ganz einfach: Wenn sich ein Profi wohlfühlt, dann spielt er auch besser. Wenn auch die Spielerfrau zufrieden ist, kann gar nichts mehr schiefgehen. Ich Sorge also dafür, dass alle zufrieden sind und der Laden läuft. Ich habe mich schon jetzt um fast alles kümmert - nun handele ich eben auch noch mit den Spielern Verträge aus.
Warum tun Sie sich den zusätzlichen Stress an - mehr Geld bekommen Sie schließlich nicht?
Köberle Ich bin seit 41 Jahren bei der DEG. Soll ich weglaufen, wenn es brennt? Für mich ist das sicherlich eine große Herausforderung, auch verbunden mit allerlei Entbehrungen. Meine Frau Gabi würde mich sicherlich gerne ein wenig öfter sehen. Sie hat aber Verständnis für die Situation und steht hinter mir. Dafür möchte ich „Danke“ sagen.
Können Sie streng sein?
Köberle Wenn es angebracht ist natürlich. Aber ich gehe davon aus, dass bei der DEG alle an einem Strang ziehen werden.
Wie wollen Sie das Vertrauen der Anhänger zurückgewinnen?
Köberle Mit ehrlicher Arbeit. Ich werde keine großen Geschichten erzählen, meine Antworten wird man auf dem Eis sehen. Wir wollen eine Mannschaft zusammenstellen, mit der man sich identifizieren kann.
Sollten Sie Jeff Tomlinson als Trainer nicht halten können, wäre Christoph Kreutzer als Nachfolger eine Option?
Köberle Als Cheftrainer nicht.
Wie versuchen Sie beim ganzen Stress zwischendurch zu entspannen?
Köberle (lacht) Beim telefonieren vielleicht. Mich rufen täglich zehn Spielerberater an und bieten mir irgendwen an. Wenn es die Zeit erlaubt, würde ich gerne mit dem Elmar eine Runde Tennis spielen. Wir sind ein ganz passables Doppel.
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