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Metro Stars: Korbinian Holzer: "Ich vermiss' die DEG schon"

zuletzt aktualisiert: 22.12.2010 - 07:59

Eishockey-Nationalverteidiger Korbinian Holzer (22) über sein Leben im kanadischen Toronto, die American Hockey League (AHL), seinen Ex-Klub in Düsseldorf, seinen Freund Marian Bazany und Plastik-Weihnachtsbäume.

Ist die Eingewöhnungszeit schon vorbei oder wollen Sie nur noch wieder nach Hause?

Holzer Nein, die Eingewöhnungszeit ist vorbei. Klar, am Anfang habe ich schon Zeit gebraucht. Das ist ein anderes Land, eine andere Kultur, eine andere Liga. Aber inzwischen habe ich mich ganz gut eingelebt. Die eine Woche, die ich in der NHL sein durfte, hat mir auch sehr gut getan. Es ist ein schönes Land, eine schöne Stadt – ein bisschen teuer, aber das nimmt man gern in Kauf.

Verfolgen Sie die DEG noch?

Holzer Na klar! So, wie ich das von hier aus miterleben kann, sieht das im Moment richtig gut aus,wie die Jungs in letzter Zeit spielen und auftreten. Patrick Reimer habe ich zuletzt zum Geburtstag (10. Dezember, Anm. d. Red.) gratuliert, von Super-Nowi (Verteidiger Marco Nowak, d. Red.) höre ich auch immer mal wieder was, und natürlich tausche ich mich viel mit Bazy aus (Verteidiger Marian Bazany, d. Red.). Wir kommunizieren über Skype oder ein App für das I-Phone, auch häufig nach den Spielen. Ich ziehe ihn dann gerne auf, weil er diese Saison noch torlos ist. Aber der soll sich bloß keinen Kopf machen, das Tor kommt schon noch. Außerdem ist das ja auch nicht seine eigentliche Aufgabe.

Das "Aufziehen" fällt Ihnen jetzt natürlich auch leichter, nachdem Sie selbst Ihr erstes AHL-Tor gemacht haben, oder?

Holzer Ja, sicher. Das war schon eine Last, die da von mir runtergefallen ist. Vor allem, weil ich in den letzten drei Spielen vier Tore hätte schießen müssen. Aber vorne hat's nur einmal geklappt, dafür kriegst du in einem Spiel gegen Rochester (5:6-Niederlage nach Penalty, d. Red.) hinten drei Dinger in einem Spiel rein, die du das ganze Leben nicht kassierst. Das war verrückt.

Der Spielplan in der AHL lässt aber keine Zeit zum Abschalten zu, oder?

Holzer Nein, nicht wirklich. Wir haben bis Jahresende noch fünf Spiele, unter anderem am 31. Dezember bei den Grand Rapids Griffins in Michigan. Große Weihnachts- oder Silvesterfeiern wird es da nicht geben. Am 1. Januar fahren wir schon wieder nach Chicago. Ab 30. Dezember sind wir 21 Tage unterwegs.

Wie halten Sie das aus?

Holzer Na ja, beim ersten Road Trip in dieser Saison habe ich Glück gehabt, denn gleich am ersten Tag gab es den call up, dass ich in die NHL hoch durfte. Da musste ich dann nicht so viel reisen. Von den Jungs weiß ich aber, dass es halt viel Hotelleben ist. Man sitzt aber auch viel zusammen. Das ist gut für's Team-Building. Und es sind auch viele Spiele, teilweise vier in vier Tagen. Da bleibt einem nicht viel Zeit, sich selbst zu bemitleiden.

Schaffen Sie es überhaupt, Weihnachten zu feiern?

Holzer Wir haben am 26. den Vormittag frei. Abends spielen wir. Dazwischen schaffen wir das aber schon. Wir haben allerdings noch keinen Christbaum. Einen echten Baum zu haben ist in dem Gebäude, in dem wir wohnen, nicht erlaubt. Wir müssen also noch so einen Plastik-Weihnachtsbaum suchen.

Wir – das sind Sie und Ihre Freundin Daniela?

Holzer Ja, sie ist die ganze Zeit hier. Außer, als ich auf den ersten Road-Trip sollte. Da ist sie nach Hause geflogen, und dann konnte ich durch den call up wieder zurück. Da war sie weg und ich hier. Das war ein bisschen blöd. Vor Silvester fliegt sie auch noch mal zurück, weil ich dann ja wieder auf Road Trip gehe.

Bevor es so weit ist: Bei der DEG verfolgt nicht nur die Mannschaft, sondern auch die Fans sehr genau, wie es Ihnen in Übersee geht. Wollen Sie den Düsseldorfern noch etwas sagen?

Holzer Sehr gern. Ich vermiss' die DEG schon. Wenn ich sehe, wie die Jungs zurzeit durchstarten, wäre ich schon gern dabei. Immerhin habe ich mit der DEG schon mal ein Finale gespielt. Damals haben wir zwar gegen Berlin verloren, aber ich würde mich sehr freuen, wenn sie es heuer erneut bis ins Finale schaffen und es dann auch packen. Wie gesagt: Ich habe immer noch super Kontakte zur DEG. Das ist ein Verein und eine Stadt, auf die ich schon immer mit beiden Augen gucke.

Georg Amend führte das Gespräch.

Quelle: RP

 
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