DEG: Lange will sich beweisen
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 27.07.2009 - 08:10Der neue Ersatztorhüter der Düsseldorfer EG will seine Chance in der Deutschen Eishockey Liga nutzen. Der 24-Jährige verbrachte die vergangenen sieben Jahre in Nordamerika. Sein bester Freund ist NHL-Star.
Mathias Lange ist ein Kosmopolit. Er ist Österreicher. Ein bisschen Amerikaner. Und Deutscher war er schon als kleines Kind. Zumindest laut Pass. Dieser Umstand hat dem 24-Jährigen zu einem Engagement in der Deutsche Eishockey Liga verholfen – als zweiter Torhüter bei der Düsseldorfer EG. "Mein Großvater ist Deutscher", sagt Lange. "Mein Vater hat dementsprechend auch zwei Staatsbürgerschaften. Als ich sieben Jahre alt war, haben meine Eltern mir auch einen deutschen Pass beantragt. Damals wussten wir aber noch nicht, dass mir das mal einen Job einbringen würde." Denn dank seiner Staatsbürgerschaft nimmt Lange keine Ausländerlizenz bei der DEG ein.
Der Zugang ist Freitagnachmittag in seiner neuen Stadt angekommen. Doch von Stubenhocker keine Spur – mit seiner Familie besuchte er die Altstadt und sah sich die Kirmes an. "Mir gefällt Düsseldorf schon sehr gut. Ich habe noch nie wirklich in Deutschland gelebt." Denn die vergangenen sieben Jahre verbrachte Lange in Nordamerika, spielte dort für Highschool- und College-Mannschaften. "Ich bin rübergegangen, als ich 17 war", sagt Lange. "Ich wollte eine doppelte Ausbildung haben: Als Sportler und für einen späteren Beruf. Das klappt dort besser." Er machte im vergangenen Jahr seinen Bachelor in Finanzmanagement, spielte gleichzeitig für seine Universitätsmannschaft, dem "Rensselaer Polytechnic Institute".
Seinen besten Freund hat Lange derweil in den USA zurückgelassen. "Ich war Trauzeuge auf der Hochzeit von Thomas Vanek", sagt der Torhüter. Vanek, ebenfalls Österreicher, spielt in der NHL für die Buffalo Sabres, verdient als einer der Stars der Truppe jedes Jahr mehrere Millionen Dollar. Auch für Lange gab es lange den Traum der NHL. "Klar, jeder Eishockeyspieler muss das als Ziel sehen", sagt er. Doch seine kurzfristigen Ambitionen sind bescheidener gesteckt. "Die DEG hat in Jean-Sebastien Aubin einen großartigen Torhüter verpflichtet", findet Lange. "Ich hoffe, dass ich von ihm lernen kann." Und lernen bedeutet, dass er auf der Bank sitzen wird. "Dessen bin ich mir bewusst", sagt Lange. "Aber wenn ich eine Chance bekomme, werde ich zeigen, was ich kann."
Langfristig will er jedoch noch nicht denken. Seine Freundin Michelle wohnt noch in den USA. "Ich habe erstmal einen Vertrag für ein Jahr", sagt Lange. "Deshalb bleibt sie dort. Aber sie besucht mich, so oft sie kann." Ein wenig "Heimat" braucht Lange auch in Düsseldorf.
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