DEG: Metro Stars dünnhäutig ins Derby
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 29.10.2009 - 07:29Die Diskussion um Einsatzzeiten für die Nachwuchsspieler kratzt an der Stimmung von Trainer und Manager der DEG Metro Stars. Dennoch ist die Vorfreude auf den Eishockey-Schlager gegen die Kölner Haie (Freitag, 19.30 Uhr, Live-Ticker) groß.
DEG gegen Haie – diese Paarung elektrisiert die Eishockey-Fans. Noch kein einziges Mal ist es den Düsseldorfern in dieser Saison gelungen, die 5000-Zuschauer-Marke im ISS Dome zu durchbrechen. Gegen den rheinischen Rivalen jedoch klingelt in Rath die Kasse, trotz der großen Konkurrenz durch das fast zeitgleich stattfindende Zweitliga-Fußballspiel Fortunas gegen den Karlsruher SC.
Gut gefüllte Ränge, die Nominierung von Stürmer Patrick Reimer für die deutsche Nationalmannschaft beim Deutschland-Cup – da könnte bei der DEG doch Hochstimmung herrschen. Dem ist allerdings nicht so: Die eigene sportliche Situation mit dem mäßigen achten Platz in der Deutschen Eishockey Liga und wiederkehrenden Pleiten wie zuletzt in Kassel haben Manager Lance Nethery und Trainer Harold Kreis ein wenig dünnhäutig werden lassen.
Am deutlichsten wird das beim Thema Nachwuchsspieler. Die Diskussion um den Fünf-Sekunden-Einsatz des jungen Verteidigers Jannik Woidtke (die RP berichtete) bringt Nethery zum Grummeln: "Wenn man sich die Spiele unserer Regionalliga-Mannschaft ansieht, dann weiß man, dass einige Spieler noch nicht bereit für die DEL sind. Sonst würden sie ja mehr spielen." Kreis versteigt sich sogar zu dem Satz: "Nur weil jemand unser Trikot überzieht, heißt das noch nicht, dass er das Recht auf Einsatzzeit hat."
Der Sprung aus DNL und Regionalliga in die DEL sei gewaltig, fügt der Manager an. "Es ist unser Ziel, alle deutschen Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zu holen, aber das ist nicht einfach zu schaffen." So darf sich morgen dann niemand wundern, wenn es gegen die Kölner erneut kaum Einsätze für die jungen DEG-Cracks geben wird.
Kreis und Nethery setzen auf die etablierten Kräfte (Kreis: "Wir werden drei volle Sturmreihen und fünf Verteidiger haben"), von denen Chris Harrington und Brad Tutschek trotz Rückkehr ins Eistraining noch nicht für das Haie-Spiel in Frage kommen. Für Harrington ist die Verletzung besonders bitter, denn er kann trotz Nominierung auch beim Deutschland-Cup (6. bis 8. November) nicht für die USA spielen.
Das Schlüsselwort für Trainer Kreis heißt morgen, ganz unabhängig von Personalfragen, Leidenschaft. Die hat er beim jüngsten Heimauftritt gegen die Hannover Scorpions trotz des in letzter Sekunde verlorenen dritten Punktes erkannt, und das in einem in dieser Saison bislang noch nicht gekannten Maße: "Diese Leidenschaft will ich auch gegen Köln sehen." Eine klare Aussage.
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