DEG: Metro Stars müssen an sich arbeiten
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 01.12.2009 - 07:41Die 1:3-Niederlage in der Deutschen Eishockey Liga war ärgerlich. Die Düsseldorfer nutzten ihre Chancen in Augsburg nicht. Hinzu kam Disziplinlosigkeit: Harrington wurde im Kabinengang für ein Spiel gesperrt.
Die Augsburger Eishockeyfans gaben nicht eher Ruhe, bis ihre Panther noch einmal zur Ehrenrunde aufs Eis zurückkehrten. Frenetisch feierten sie den 3:1-Sieg über die DEG am Sonntagabend. Es scheint also immer noch etwas ganz Besonderes zu sein, die Düsseldorfer zu schlagen – und in diesem speziellen Fall umso mehr, denn der Erfolg der Schwaben war gänzlich unverdient.
34:20 Torschüsse zugunsten der DEG hatten die Statistiker der Gäste gezählt, 38:23 sogar die Augsburger. "Heute hat uns unser Torhüter Dennis Endras die drei Punkte gerettet", sagte Panther-Trainer Larry Mitchell. "Düsseldorf hat von der ersten Minute an gekämpft und sich mit schnellem Spiel durch die neutrale Zone sehr viele Chancen herausgespielt."
Stimmt. Nur nutzten die phasenweise drückend überlegenen Gäste ihre Überlegenheit nicht, und das hatte nur zum Teil mit der personellen Notlage nach den Sperren von Daniel Kreutzer und Mark Murphy zu tun. Auch der Sahnetag von Nationalkeeper Endras dient nur partiell als Erklärung für eine dem Spielverlauf nach unfassbare Niederlage. Wer so häufig in aussichtsreicher Position vor dem Kasten auftaucht wie die DEG im Curt-Frenzel-Stadion, der muss auch die Zähler einfahren.
Einen zumindest Mitschuldigen hatte die sportliche Leitung der Gäste in Schiedsrichter Alfred Hascher ausgemacht. "Chapeau für meine Mannschaft, sie hat heute eine hervorragende Leistung geboten", sagte Trainer Harold Kreis, um sich dann voller Sarkasmus den Referees zuzuwenden: "Und das gilt auch für das Schiedsrichter-Trio!" Manager Lance Nethery machte es lieber deutlicher: "Das war eine miserable Leistung von Hascher."
Sicher hatten die beiden damit vor allem im Mitteldrittel Recht, als Düsseldorfer Spieler für Nichtigkeiten serienweise auf die Strafbank wanderten, ein klares Foul am aussichtsreich davonziehenden Patrick Reimer aber ungeahndet blieb. Dennoch ist nicht wegzudiskutieren, dass die Metro Stars offenbar ein Disziplinproblem entwickeln.
Massenschlägereien wie beim 7:3 gegen Krefeld am Freitag mögen ja noch ganz witzig sein, aber bei allem Ärger über Hascher hätte Reimer in Augsburg den Schiedsrichter besser nicht anrempeln sollen – dann wären ihm eine Zehn-Minuten-Strafe und seinem Team eine kraftraubende Dezimierung erspart geblieben.
Noch dümmer waren die Aussetzer Chris Harringtons, der zunächst auf dem Eis und dann auch noch im Kabinengang jeweils Zehn-Minuten-Strafen wegen Meckerns kassierte. Das ergibt nach dem Regelwerk eine Spieldauerstrafe und somit eine Sperre für das DEL-Spiel am Freitag in Ingolstadt. Die Gratulation, die Kreis seinem Team für die Leistung in Augsburg aussprach, war in sportlicher Hinsicht vollauf angebracht – disziplinarisch muss die DEG aber an sich arbeiten.
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