DEG Metro Stars: Nationalverteidiger Holzer sagt Servus
VON GEORG AMEND - zuletzt aktualisiert: 09.09.2010 - 10:35Korbinian Holzer rollt den Gepäckwagen, beladen mit drei dicken Taschen, durch die Abflughalle des Düsseldorfer Flughafens. Eine dieser Taschen trägt das Emblem seines langjährigen Klubs: DEG Metro Stars ist darauf zu lesen.
Doch der Nationalverteidiger steht seit dieser Spielzeit nicht mehr in Diensten des Eishockey-Erstligisten, sondern hat bei den Toronto Maple Leafs, einer der erfolgreichsten Mannschaften in der nordamerikanischen Spitzenliga NHL, einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben.
Gestern um 10.50 Uhr ging Holzers Flug nach Frankfurt, von wo aus es den Direktflug nach Kanada gab. Zeit für den gebürtigen Münchner, "Servus Düsseldorf" zu sagen. "Danke für die schöne Zeit", sagt der 22-Jährige an die Adresse der DEG-Fans und schiebt mit Blick auf seinen nun Ex-Arbeitgeber nach: "Ich wünsche der DEG viel Erfolg in den kommenden Jahren. Düsseldorf war für mich ein tolles Sprungbrett nach Nordamerika, so wie für einige andere Verteidiger vor mir, wie zum Beispiel Robert Dietrich oder Alexander Sulzer. Ich bin froh, dass ich hier die Chance bekommen habe."
In der mit rund 2,7 Millionen Einwohnern größten Stadt Kanadas erwartet den Nationalspieler eine gewaltige Umstellung: Neue Kollegen, neue Mannschaft, ein neues Umfeld. "Düsseldorf war toll", sagt Holzer. "Die Stadt war nicht zu groß, nicht zu klein, die Mannschaft war jedes Jahr super, wir hatten immer eine super Atmosphäre im Team."
Vor allem die deutschen Kollegen Marian Bazany, Daniel Kreutzer, Patrick Reimer und Marco Nowak (Holzer: "Die Stimmungskanone") werden ihm ein wenig fehlen, und natürlich Teamleiter Walter Köberle: "Den Walter wird man schon vermissen." Damit der Kontakt nicht gänzlich abreißt, hat Holzer seinen Laptop dabei: "Damit ich mit der Außenwelt kommunizieren kann." Weitere wichtige Gegenstände, die auf dem rund acht Stunden dauernden Flug nach Toronto mit dabei sein müssen: "Meine Eishockey-Ausrüstung, vor allem meine Schlittschuhe. Ohne die wäre ich da drüben ziemlich aufgeschmissen. Mein I-Pod und meine Kopfhörer, die mich im Flugzeug vor dem Lärm beschützen werden."
Und ein für einen Bayern urtypisches Kleidungsstück darf auch nicht fehlen: die Lederhose. "Klar brauche ich die", erklärt Holzer und schmunzelt. "In Toronto gibt es viele Deutsche, und direkt um die Ecke liegt Kitchener. Die haben da das größte Oktoberfest außerhalb Deutschlands. Da muss ich doch hin, nachdem ich die ganze Zeit nicht zum Oktoberfest nach München gekommen bin, als ich in Düsseldorf war." Dann geht Holzer mit Freundin Daniela, die in drei Wochen nach Kanada nachkommen wird, zum Check-In und sagt noch einmal "Servus".
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