DEG Metro Stars: Raul sieht DEG im Rheinderby
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 30.08.2010 - 09:40Vor dem Härtetest des Eishockey-Erstligisten gegen die Kölner Haie warf der Fußballstar von Schalke 04 den Puck zum ersten Bully ein. Fünf Tage vor dem DEL-Auftakt in Iserlohn verloren die Düsseldorfer mit 3:4.
Es war schon ein ungewohntes Eishockey-Gefühl gestern im ISS Dome. Die DEG Metro Stars und die Kölner Haie standen sich gegenüber, bereit zum elektrisierendsten Derby der deutschen Eishockeyszene – und der größte Star auf dem Eis hatte nicht mal Schlittschuhe an den Füßen. Das hatte allerdings nichts mit der Tatsache zu tun, dass es sich "nur" um ein Testspiel im Rahmen der DEG-Saisoneröffnung handelte (das die Düsseldorfer 3:4 verloren). Und schon gar nicht sollte man diese Einschätzung als mangelnden Respekt vor den Spielern beider Teams werten. Es lag vielmehr an der prominenten Konkurrenz: Raul González Blanco, Fußball-Weltstar in Diensten des FC Schalke 04, warf den Puck zum ersten Bully ein.
Schade nur, dass die Stadionregie ein so schlechtes Gespür für den Moment hatte. Während Raul, immerhin ein ganz Großer der weltweiten Sportszene, im DEG-Trikot seinen Job ausführte, betete Hallensprecher Volker Boix im Business-as-usual-Stil die Startaufstellungen beider Teams herunter und nahm keine Notiz vom Geschehen auf dem Eis. Wer da nett lächelnd mit Schiedsrichtern und Spielern plauderte, die Scheibe einwarf und anschließend von DEG-Verteidiger Marian Bazany vom Eis geführt wurde, erfuhren die Zuschauer leider erst Minuten später. Dabei könnte Rauls Verbindung zur DEG durchaus eine enge werden: Der Spanier wohnt in Düsseldorf, und mindestens einer seiner Söhne zeigt Interesse, demnächst Eishockey für den Nachwuchs der Rot-Gelben zu spielen.
Gestern freilich ließen nach der Raul-Episode erst einmal die etablierten Profis den Puck laufen – und machten im ersten Drittel ihren Trainer böse: "Das war das schlechteste Drittel unserer gesamten Vorbereitung", sagte Trainer Jeff Tomlinson über die Anfangsphase, in der Daniel Sparre die Kölner früh in Führung brachte. Rückkehrer Andy Hedlund und Adam Courchaine korrigierten das Ergebnis allerdings binnen weniger Minuten.
Im zweiten Drittel war dann Tomlinson, der zu diesem Zeitpunkt bereits Ersatzkeeper Etienne Renkewitz Eiszeit gönnte, auch schon wesentlich zufriedener mit seiner Mannschaft: "Erst da haben wir so gespielt, wie ich mir das vorstelle." Da gab es Tempo und ein Kombinationsspiel, das Szenenapplaus der Fans herausforderte.
Konzentrationsschwächen in der Defensive ließen die Partie im Schlussabschnitt kippen. "Das war ein System-Breakdown, daran müssen wir noch arbeiten", sagte Tomlinson. Eine echte Standortbestimmung wird es erst beim DEL-Auftakt am Freitag in Iserlohn geben – und es hat trotz der Niederlage gestern den Anschein, als könnten die Düsseldorfer Eishockey-Fans an den neuen Metro Stars ebenso viel Spaß bekommen wie an den schmucken weißen Traditionstrikots ihres Teams, die auf den Rängen bereits dominierten.
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