DEG: Reid setzt DEG in die Spur
VON GEORG AMEND - zuletzt aktualisiert: 31.01.2010 - 21:08Der Eishockey-Klub aus Hamburg hat den Beinamen "Freezers". Anscheinend nicht zu Unrecht, denn die Hanseaten präsentierten sich Sonntagabend ähnlich aufregend wie eben ein Kühlschrank. Gegen diesen formschwachen Kontrahenten mussten die DEG Metro Stars nicht wirklich galaktisch spielen, um den 3:2 (2:0, 1:0, 0:2)-Sieg in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) einzufahren.
Die Vorstellung der Gäste war zeitweise einfach nur peinlich. Die DEG-Fans spotteten: "Selbst die Zweite ist zu stark für euch." Denn die wenigen Hamburger Chancen machte Torwart Jean-Sébastien Aubin zunichte - bis zu seiner Verletzung in der 30. Minute.
Ersatzmann Mathias Lange kam, über Aubins Verletzung deckte die DEG den Mantel des Schweigens. Es soll aber nichts ernstes sein. Falls es ihn aber einmal schwerer erwischen sollte, haben die Düsseldorfer nun spektakulär vorgesorgt: Aubins Vorgänger Jamie Storr wurde nachlizenziert und würde im Verletzungsfall zum aushelfen eingeflogen.
Zwar machte auch Lange Sonnrtag einen guten Job, an die Klasse von Aubin reicht er aber nicht heran. Der Kanadier ließ ein, zwei Mal seine Fanghand hervorzucken und fischte die abgeschossenen Pucks seelenruhig aus der Luft. Das beeindruckte die Hamburger derart, dass sie ab der achten Minute ihre Angriffsbemühungen im Anfangsdrittel einfach mal einstellten.
Statistik:
DEG: Aubin (ab 30. Lange) – Holland, Holzer; Bazany, Traverse; Harrrington, Caldwell; Nowak – Joseph, MacDonald, Kaufmann; Reimer, Collins, Kreutzer; Murphy, Reid, Courchaine; Hinterstocker, Tutschek, Hofland.
Schiedsrichter: Schütz (Moers)
Zuschauer: 4543
Tore: 1:0 (2:01) Reid (Courchaine, Murphy), 2:0 (10:42) Reid (Joseph; 4-5), 3:0 (30:34) MacDonald (Traverse, Reid; 5-4), 3:1 (46:18) Fortier (Wilm, Dotzler), 3:2 (53:25) Biron (King).
Strafminuten: Düsseldorf 16 + 10 Kreutzer, Hamburg 14 + 10 Karalahti + 10 Wilm.
Blöd nur, dass es auch in der Defensive erhebliche Auflösungserscheinungen gab. Nutznießer: Brandon Reid. Der quirlige Mittelstürmer hatte nach gerade einmal 121 Sekunden für den Blitzstart gesorgt und setzte nach rund zehn Minuten noch die Höchststrafe für die Hanseaten obendrauf: In Unterzahl schloss er einen Konter in den Winkel ab.
Danach platzte Jere Karalahti der Kragen und fuhr einen brutalen Check gegen den Kopf von Patrick Reimer – eine zehnminütige Disziplinarstarfe war die berechtigte Folge. Überhaupt fielen die Gäste fast nur durch unfaire Attacken auf.
So schlug Clarke Wilm DEG-Stürmer Daniel Kreutzer in den Nacken, woraufhin sich ein Faustkampf der beiden Kapitäne entwickelte, und beide unter anderem zehn Minuten wegen "Handschuh wegwerfens" bekamen. Craig MacDonald gab Sekunden später mit dem 3:0 die passende Antwort.
Francois Fortier durfte verkürzen, und Evan Kaufmann leistete sich den Luxus, einen vom Ex-Düsseldorfer Peter Ratchuk an ihm verschuldeten Penalty zu verschießen. So wurde es nach Mathieu Birons Anschlusstreffer und einigen fragwürdigen Strafzeiten gegen die DEG unnötig spannend, aber es reichte zum Sieg.
Am Dienstag (19.30 Uhr) geht es in Frankfurt weiter. Die Hessen heißen übrigens Lions mit Spitznamen – das klingt schon aufregender als Kühlschränke.
Den Bericht zu den restlichen Sonntagsspielen finden Sie hier.
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