DEG: Reimer: „Ich bin nicht der Sündenbock“
zuletzt aktualisiert: 06.12.2007 - 08:26Jochen Reimer (22), Torhüter der DEG Metro Stars in der Deutschen Eishockey Liga, spricht im Interview über Frustration zwischen den Pfosten, gestiegene Erwartungen, fehlendes Glück und lange Gespräche mit seinem Bruder Patrick.
Herr Reimer, wie frustrierend ist es, in den vergangenen vier Partien 20 Gegentore zu kassieren?
Reimer: Es waren nur 19 - einmal war das Tor leer.
Verzeihung. Die Statistik bleibt ernüchternd.
Reimer: Stimmt. Ich würde natürlich auch lieber immer zu null spielen. Viele Tore davon sind in Unterzahl gefallen. Dumm gelaufen.
Wie viele Treffer nehmen Sie auf Ihre Kappe?
Reimer: Sicher, es waren bestimmt auch ein, zwei dabei, da sah ich nicht besonders gut aus. Es waren aber auch wie zuletzt gegen Augsburg Dinger dabei, wo immer noch einer die Scheibe abgefälscht hat. Ich lasse mich nicht zum Sündenbock machen. Wir stecken als Team in einer schwierigen Situation. Es läuft einfach vieles gegen uns.
Sehen Sie es dennoch weiterhin als Chance, sich als Alternative zum derzeit verletzten Jamie Storr zu profilieren?
Reimer: Es ist eine Riesenchance für mich. Man wächst mit seinen Aufgaben. Ich sammele jeden Tag auf dem Eis mehr Erfahrung. Die Abläufe verändern sich, als Nummer eins ist der Druck schon deutlich größer.
Manager Lance Nethery macht sich immer noch darüber Gedanken, ob er die letzte freie Ausländerlizenz aufsparen soll, um möglicherweise noch einen neuen Torhüter zu verpflichten.
Reimer: Er kann sich über alles mögliche Gedanken machen. Ich konzentriere mich auf mein Spiel, versuche in jeder Partie das Beste zu geben. Für das Team, für die DEG, für mich. Was soll ich mir über irgendwelche anderen Dinge Gedanken machen?
Ihr älterer Bruder Patrick ist als Stürmer bei der DEG engagiert. Ein wichtiger Berater für Sie?
Reimer: Ein sehr wichtiger Berater und ein noch viel wichtiger Zuhörer. Wir reden einfach oft miteinander. Besonders jetzt, wo Jamie nicht da ist. Er ist in Toronto zur Behandlung, da tausche ich mich eben viel mit Patrick aus. Es sind so Kleinigkeiten, die mir helfen, die ganze Situation zu verarbeiten.
Wie sieht Ihre Prognose für die kommende Partie aus?
Reimer: Ich bin Optimist. Wir haben gegen Augsburg deutlich mehr gearbeitet, darauf müssen wir aufbauen. In Hamburg ist dann alles möglich.
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