DEG: Sieben auf einen Streich
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 21.10.2006 - 14:33Don Jackson hatte unmissverständlich seine Vorstellungen klar gemacht. Der Trainer der DEG forderte eine deutliche Reaktion seiner Mannschaft nach dem 2:9-Debakel im Pokal gegen Bremerhaven. Die Spieler haben ihm offensichtlich gut zugehört. In der Deutschen Eishockey Liga triumphierte die DEG in Augsburg mit 7:1 (0:0, 4:0, 3:1). Der neunte Sieg in den letzten zehn Meisterschaftspartien.
Nach dem ersten Drittel hockte Jackson noch zum „Krisengespräch“ mit Manager Lance Nethery und Assistent Christian Brittig zusammen. Das Team von der Brehmstraße hatte sich wieder recht kompliziert angestellt - gegen eine nicht übermäßig engagierte Panther-Truppe. Sie müssen ihren Schützlingen die richtigen Worte mit auf den Weg gegeben haben.
Rolf Wainhainen wird diesen Arbeitstag wohl etwas länger in Erinnerung behalten. Besonders die 126 Sekunden zu Beginn des zweiten Drittels. Denn in dieser Zeit musste der schwedische Schlussmann in Diensten der Augsburger Panther gleich drei Mal hinter sich greifen und den Puck aus dem Netz fischen. Tore Vikingstad eröffnete das Tor-Festival, Klaus Kathan und Craig Johnson legten nach. Es lag indes nicht am tapferen Wainhainen, der mit vielen Glanzparaden einen höheren Rückstand für die Schwaben verhinderte.
Allein Daniel Kreutzer hatte drei Großchancen, doch der Kapitän scheiterte - frustriert schmetterte er seinen Schläger aufs Eis. Dafür trafen eben Andere. Neuzugang Benjamin Barz, bislang eher unauffällig, verwertete ein von Nils Antons gewonnenes Bully zum vierten Treffer an diesem Abend für die Rheinländer. Es sollte nicht die letzte gute Szene für die vierte Reihe der Metro Stars werden.
Der zum Angreifer umgeschulte Marian Bazany konnte sich ebenfalls profilieren. Sein Comeback auf dem Eis feierte Andy Schneider nach seiner schweren Fersenprellung. Es blieb bei einigen Kurzeinsätzen, Jackson hatte ihm ein reduziertes Programm verordnet.
Das Publikum war entsetzt, quittierte die Leistung seines Team mit lauten Pfiffen. Mit mehr Elan schlitterte das Ensemble von Eishockey-Lehrer Paulin Bordeleau allerdings auch nach den Ummutsäußerungen der Anhänger nicht übers Eis. Grund zum Jubeln hatten die 40 mitgereisten Fans aus Düsseldorf. Sie hatten trotz der Pleite in Bremerhaven die 500 Kilometer nach Bayern auf sich genommen. Das nennt man wohl Treue zum Verein auf sehr hohem Niveau.
Siege sind im Sport eben immer noch das beste Mittel zur schnellen Versöhnung. Dienstag wartet in den Hamburg Freezers eine vermutlich deutlich schwierigere Bewährungsprobe auf die Metro Stars im ISS Dome.
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