DEG: Siegen oder fliegen
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 08.04.2008 - 07:36Heute Abend (19.30 Uhr, LIVE!-Ticker) steigt im ISS Dome das vierte Spiel der Halbfinalserie gegen die Eisbären Berlin. Die Düsseldorfer Eishockey-Profis müssen unbedingt gewinnen - und sind zuversichtlich.
Am Tag danach wird noch immer über eine Szene diskutiert, die am Ende überhaupt keinen Einfluss auf den Spielausgang hatte. Es sind exakt 47 Minuten und 59 Sekunden im Sportforum Hohenschönhausen gespielt. Spielstand 3:3 in der dritten Begegnung des Play-off-Halbfinales zwischen Berlin und Düsseldorf. Plötzlich liegt DEG-Torwart Jamie Storr auf dem Eis - der Puck ist unter seinem Körper hinter die Linie gerutscht.
Die Zuschauer jubeln frenetisch. Doch Schiedsrichter Roland Aumüller pfiff vorher ab, da der Berliner Nathan Robinson nicht regelkonform Storr mit seinem Schläger berührte. In der Berliner Stadionregie ist wohl jemand derart erregt, dass er diese Szene entgegen den DEL-Statuten auf der Videowand überträgt. Der Skandal ist perfekt. Denn plötzlich fordern Aumüller und sein Partner Daniel Piechaczek den Videobeweis an. Nach dessen Studium sehen sie sich indes in ihrer Ursprungsentscheidung bestätigt. Kein Tor.
„Wenn sie anders geurteilt hätten, wäre der Montag etwas stressiger für alle geworden“, bekundet Düsseldorfs Trainer-Manager Lance Nethery. „Wir wollen Eishockey spielen und keine juristischen Gefechte austragen.“ Die DEL sieht das Ganze weniger gelassen und hat ein Ermittlungsverfahren gegen die Eisbären eröffnet. Sie könnten zu einer Strafe von bis zu 50.000 Euro verurteilt werden - als „Ersttäter“ wird die Strafe aber nur im vierstelligen Bereich liegen.
Es war der Aufreger im Wellblechpalast. Dazu noch Jamie Storrs Parade bei Sven Felskis Penalty in der Verlängerung. Dennoch stand die DEG nach 74 Minuten mit leeren Händen da. Durch die 3:4-Niederlage gibt es heute (19.30 Uhr, ISS Dome) eine klare Ansage: Siegen oder fliegen. Die Eisbären könnten sich vorzeitig fürs Play-off-Finale qualifizieren, die Rheinländer ein fünftes Duell am Donnerstag in der Hauptstadt erzwingen.
„Die Mannschaft hat unglaublich viel Charakter gezeigt und sich in schwierigen Phasen bewährt“, sagt Nethery. „Wir machen den Berlinern eine Kampfansage. In unserem Dome werden sie uns nicht schlagen.“ Kurz vor dem Spiel hat er eine kurze Videoanalyse angesetzt, will mit einigen Akteuren wie Peter Ratchuk (zuletzt im Formtief) Einzelgespräche führen.
Die Spieler sind selbstbewusst. „Es gibt zwischen uns keine großen Geheimnisse. Jeder kennt die Stärken und Schwächen des Anderen“, erklärt Angreifer Klaus Kathan. „Ich freue mich auf das Duell.“ Den freien Tag nutzte der Tölzer zum Stadtbummel mit Kollege Marian Bazany. „Unser Entspannungsprogramm ist beendet“, sagt der Verteidiger. „Jetzt geht die Bärenjagd weiter - mit dem besseren Ende für uns.“
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