DEG: Tomlinson wartet noch ab
VON PATRICK SCHERER - zuletzt aktualisiert: 01.02.2012 - 07:51Düsseldorf (RPO). Manager Walter Köberle will den Trainer der Metro Stars, an dem auch Ligakonkurrent Nürnberg Interesse zeigt, unbedingt halten. Doch der 41-Jährige will sich mit seiner Entscheidung noch Zeit lassen.
Am Dienstag standen wieder die Ohrläppchen im Mittelpunkt. Beim Laktattest wurde den Eishockey-Spielern der DEG Metro Stars Blut abgenommen, damit das Labor die Fitnesswerte ermitteln kann. „Schwer zu sagen, wer der fitteste Spieler ist. Connor James und Patrick Reimer werden vorne dabei sein“, sagt Trainer Jeff Tomlinson. Für ihn geht es ohnehin mehr darum zu sehen, wie die Trainingseinheiten in den kommenden Wochen dosiert werden müssen. Es soll auf ein Ziel hingearbeitet werden: die Play-offs.
„Wir glauben fest an die Teilnahme“, sagt der Coach. Was mit Tomlinson nach den Play-offs passiert, steht noch in den Sternen. Dem 41-Jährigen liegt ein Angebot der DEG vor. „Es ist eine richtig gute Offerte. Es geht mir aber auch nicht um mein Gehalt“, erklärt „Tommer“. Dem Kanadier geht es um etwas anderes, um Perspektive.
„Jeder Spieler soll mehr verdienen als ich, denn dann habe ich ein gutes Team, mit dem ich arbeiten kann“, sagt er. Doch die Gewissheit, mit einem konkurrenzfähigen DEG-Team auch in der nächsten Saison in der Deutschen Eishockey Liga anzutreten, hat Tomlinson derzeit noch nicht. Die Frage nach der Düsseldorfer Etatplanung macht ihm die Entscheidung, eine Unterschrift unter den Vertrag zu setzen, schwer. „Ich verspüre keinen Zeitdruck. Wenn die DEG sagt, ich muss mich an einem gewissen Punkt entscheiden, dann werde ich das tun“, sagt der Trainer.
Solange lässt er sich alle Türen offen. „Jeder Mensch will sich seine Optionen anhören. Da bin ich nicht anders.“ Eine Option sind die Nürnberg Ice Tigers, die bereits Marco Nowak und Patrick Reimer von der DEG losgeeist haben. Am Montag traf sich Tomlinson mit dem Geschäftsführer der Franken. „Ich hatte mit Lorenz Funk ein gutes Gespräch“, sagt Tomlinson, der beteuert, dass es aber kein konkretes Angebot der Ice Tigers gibt: „Es war eher ein Vorstellungsgespräch. Sie wissen noch nicht, ob sie mich wollen und ich weiß noch nicht, ob ich nach Nürnberg will. Sie werden sich bei mir melden.“
Bei der DEG lässt man Tomlinson die Zeit, über seine Zukunftsplanung ausgiebig nachzudenken. „Er ist unser Wunschkandidat. Ich mache ihm keinen Druck. Wir haben kein Ultimatum und ihm nicht die Pistole auf die Brust gesetzt“, erklärt Manager Walter Köberle. Die spielfreie Zeit nach dem kommenden Wochenende reist Tomlinson zu seiner Familie in die USA, danach werden er und Köberle sich erneut zusammensetzen.
Der DEG-Manager will sich aber für den Fall einer Absage des Wunschkandidaten absichern. Deshalb gab es bereits mehrere Gespräche mit Alternativkandidaten. „Es gibt täglich neue Bewerbungen“, verrät Köberle, der nur deutsche Trainer als Ersatz im Auge hat. „Es sind mehrere konkrete Kandidaten im Rennen. Ich habe Gespräche geführt und positive Rückmeldungen bekommen“, erklärt der Manager. Andreas Brockmann, Ex-Trainer in Nürnberg und langjähriger DEG-Spieler, gehört nicht zum Kandidatenkreis: „Zu ihm habe ich keinen Kontakt aufgenommen“, sagt Köberle.
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