DEG: Vikingstad genießt Rückkehr
VON GEORG AMEND - zuletzt aktualisiert: 21.10.2008 - 07:18Der ehemalige DEG-Stürmer Tore Vikingstad, der nun für Hannover spielt, wurde an alter Wirkungsstätte gefeiert. Der Norweger hat gute Erinnerungen an die Stadt und die Fans. Evan Kaufmann lernt sie dagegen erst richtig kennen.
Schlusspfiff im ISS-Dome, die DEG Metro Stars haben gegen die Hannover Scorpions souverän mit 4:0 gewonnen. Die Fans feiern aber einen Mann, der für den Gegner auf dem Eis stand: Tore Vikingstad, der ehemalige Publiukumsliebling, hat auch bei seiner Rückkehr die Sympathien auf seiner Seite. Mit Sprechchören wird der Stürmer verabschiedet, er hebt zum Dank den Schläger in Richtung Zuschauer. Schon bei der Vorstellung des Teams wurde bei Vikingstads Namen geklatscht - das gibt es bei keinem anderen Gegner.
„Das war schon ein bisschen merkwürdig am Anfang“, sagt der Norweger nach der Partie. In Hannover hat er es zu diesem Kultstatus noch nicht schaffen können - schließlich hat er nach einer erneuten Schulter-OP erst sein sechstes Spiel für seinen neuen Arbeitgeber absolvieren können. „Ich bin noch nicht wieder ganz fit, aber es geht aufwärts“, erklärt Vikingstad, der „ein bisschen“ Wehmut bei seiner Rückkehr empfunden hat. „Ich habe noch viele gute Erinnerungen an Düsseldorf. An die Fans, die Stadt und die Brehmstraße“, gesteht der 33-Jährige.
Dass das Spiel eine so klare Angelegenheit für die Düsseldorfer war, daran hatte auch Evan Kaufmann seinen Anteil: Der Stürmer, der in zehn Tagen seinen 24. Geburtstag feiert, hatte das 3:0 sehenswert erzielt, indem er den Puck unter die Latte gehämmert hatte. Es war erst sein zweites Saisontor überhaupt, das erste hatte er in Iserlohn geschossen. Zum Anfang der Spielzeit hatte sich der Stürmer in einem emotionalen Auf und Ab befunden: Erst verstarb sein Großvater, woraufhin er in die USA reisen musste, dann kehrte er zurück, nur um wenige Wochen später erneut nach Amerika zu fliegen, um dort Freundin Danielle zu heiraten. Er wirkte anfangs ein bisschen überfordert.
Nun wird er von Spiel zu Spiel besser. „Das war zu Beginn nicht ganz einfach. Ich musste viel reisen, mich an das neue Umfeld gewöhnen und auch die emotionale Sache spielte da rein. Aber jetzt habe ich mich hier eingefunden.“ Ehefrau Danielle wohnt mit ihm in Düsseldorf, beide wollen nun zusammen anfangen Deutsch, zu lernen. „Sie fühlt sich auch wohl hier und hat einige Sachen gefunden, die sie zu schätzen weiß“, verrät Kaufmann, der gesteht: „Ich würde gerne noch ein Jahr oder länger bleiben.“
Einen anderen wollten die Fans am Sonntag gar nicht mehr gehen lassen: Tore Vikingstad kam kaum zum Bus der Scorpions durch - etliche Fans, darunter viele weibliche, versperrten ihm immer wieder den Weg. Die Handys wurden gezückt und Fotos gemacht, immer wieder bekam Vikingstad zu hören: „Komm’ doch zurück.“ Der Norweger genoss das Bad in der Menge sichtlich - es war eine kleine Privat-Party, die ihn die sportliche Niederlage fast vergessen ließ.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





