DEG: Weichenstellung vor dem Derby
VON PATRICK SCHERER - zuletzt aktualisiert: 05.02.2010 - 07:10Mit den Spielern Marian Bazany, Martin Hinterstocker und Marco Nowak hat der Eishockey-Klub verlängert. Trainer Harold Kreis zögert dagegen weiterhin. Der Coach erwartet zwei emotionale Spiele in Krefeld (Freitag, 19.30 Uhr) und gegen Mannheim (Sonntag, 18.30 Uhr, beide im Live-Ticker).
Die Jüngste war die Mutigste. Noch bevor ein Journalist auf der Pressekonferenz die Frage nach der Vertragsverlängerung von Trainer Harold Kreis stellen konnte, tat es Julia Niemeyer – die Schülerpraktikantin der DEG Metro Stars: "Harold, haben Sie schon unterschrieben?", fragte die 15-Jährige. Der Coach, sichtlich überrascht, antwortete kurz und knackig: "Nein." Nichts Neues also.
Ganz im Gegensatz zu drei Spielerverträgen. Nach Martin Hinterstocker und – wie unsere Zeitung exklusiv berichtete – Marian Bazany, verlängerte nun auch Verteidiger Marco Nowak seinen Kontrakt. Damit sind ein paar Weichen gestellt. Der 19-jährige Nowak wird auch am Freitagabend beim Straßenbahnderby in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) bei den Krefeld Pinguinen auflaufen. "Es werden alle Verteidiger zum Einsatz kommen", erklärt Kreis.
Harrington wieder im Training
Ob damit auch Chris Harrington gemeint ist, steht allerdings noch nicht fest. Nach seiner Halswirbelverletzung stand der Defensivspieler gestern mit seinen Teamkollegen im Training auf dem Eis. "Chris hat unauffällig trainiert. Wir werden kein Risiko eingehen, aber er ist wohlauf, gut drauf und freut sich, dass er nicht ernsthaft verletzt wurde", sagt der Trainer.
Ein anderes Sorgenkind in der Abwehr, Jason Holland, bekommt in Krefeld die Chance zur Rehabilitation für seinen Fehler zum 0:1 in Frankfurt. "Er weiß ganz genau was er falsch gemacht hat", sagt Kreis und hakt die Sache damit ab.
Die Fehlerquote soll generell auf ein Minimum reduziert werden. Sowohl in Krefeld als auch im Heimspiel am Sonntag gegen die Adler Mannheim. "Wir weichen manchmal von unserer geradlinigen und einfachen Spielweise ab, werden zu verspielt und verursachen dadurch Konterchancen", erklärt der Coach, der an seine Mannschaft appelliert, simpler zu agieren: "Die spielerischen Qualitäten und Fähigkeiten sind das, was ich an diesem Team liebe, aber auch manchmal hasse", sagt der 51-Jährige.
Reid: Verspielt, aber treffsicher
Ein Sinnbild für diese Verspieltheit ist Publikumsliebling Brandon Reid. Der US-Amerikaner versucht häufig das Unmögliche und löst sich ungern von der Scheibe. In den vergangenen beiden Partien hat Reid aber drei Tore erzielt und begeistert damit auch seinen Trainer: "Das Tor in Frankfurt zeigt, was ich sehen will. Der freie Mann soll den direkten Weg zum Tor suchen. Es freut mich, dass Brandon trifft, aber es würde mich noch mehr freuen, wenn wir gewinnen", erklärt Kreis.
Möglichst zwei Erfolgserlebnisse will der Coach an diesem Wochenende mitnehmen, wobei er weiß, dass es schwer wird. "Heute wird es ein emotionales Spiel und Mannheim ist immer speziell", sagt Kreis, der als Spieler 19 Spielzeiten in Folge für die Adler auflief.
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