DEG: Zurück auf dem Eis
VON GEORG AMEND - zuletzt aktualisiert: 29.07.2009 - 08:26Der Deutsche Vizemeister hat die Sommerpause beendet. An der Brehmstraße gab es eine lockere Einheit. Mit dabei auch Neuzugang Jason Holland. Er hat Düsseldorf schon erkundet und wartet nun auf seine Ehefrau.
Harold Kreis steht hinter der Plexiglasscheibe und schaut dem bunten Treiben auf dem Eis zu. Der Trainer der Düsseldorfer EG sieht seinen Schützlingen bei der ersten lockeren Trainingseinheit in der Brehmstraße zu. Kurze Hose, kurzärmeliges Hemd – Kreis trotzt der Kälte, die vom Eis aufsteigt. "Ich habe zu Hause noch die Rollladen zu. Ich gehe durch die Tiefgarage zum Auto und weiß gar nicht, wie das Wetter ist, bevor ich aussteige", schmunzelt der Deutsch-Kanadier.
Dass es selbst im Juli in einer Eishalle ein paar Grad kühler als draußen ist, dürfte der 891-fache Bundesligaspieler bestens wissen. Doch das ist nichts, was den 50-Jährigen zum Zittern bringen würde: Ein paar Dehnübungen, mal die Knie durchdrücken, und schon ist er wieder geschmeidig. Sein Co-Trainer Mike Schmidt, immerhin in langer Jeans angetreten, hält es da weniger lang an der Eisfläche aus: "Brr, es wird kühl hier", sagt er und verabschiedet sich in Richtung Kabine.
Kreis bleibt und schaut sich das lockere Trainingsmatch an, das seine 14 Spieler und zwei Torhüter austragen. "Sie wollen immer noch nicht den Puck ins leere Tor schießen. Sie passen lieber noch einmal weiter", meint Kreis grinsend. Tiefschürfendere Beobachtungen macht der Coach so früh in der Saison natürlich noch nicht: "Die meisten kenne ich doch", sagt er.
Dazu dürfte auch Jason Holland gehören, auch wenn der Verteidiger ein Neuzugang der DEG ist. Die Qualitäten des 33-Jährigen, die Manager Lance Nethery beschreibt, dürften auch Trainer Kreis bekannt sein: "Er ist ein starker, routinierter Verteidiger. Und er ist deutsch", sagt Nethery mit Blick auf die kostbaren Ausländerlizenzen. Seine Nationalität erklärt der in Kanada geborene Holland – der glaubt, seine Deutschkenntnisse wären auch nach vier Jahren in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) noch zu limitiert für längere Gespräche – so: "Mein Großvater hat in Nürnberg gelebt. Mittlerweile sind meine Großeltern zwar verstorben, aber wegen ihnen wollte ich immer mal nach Deutschland."
Und so kam Holland zur Saison 2005/06 zum ERC Ingolstadt, der Wechsel zur DEG ist sein erster seit dieser Zeit. Von Düsseldorf zeigt sich der 1,92 Meter-Hüne schon beeindruckt: "Ich bin Montag angekommen und habe mir die Stadt ein bisschen angeschaut. Sie ist sehr schön, hier gibt es sehr viele Menschen", meint Holland.
Das kann er bald auch alles seiner Ehefrau zeigen: Kerri-Lyn kommt in einem Monat aus Kanada zu ihrem Mann an den Rhein. Dann wird auch Patrick Reimer wieder auf dem Eis stehen, doch zur Zeit ist der Stürmer noch verletzt. "Ich habe einen kleinen Muskelfaserriss. Aber bis zum Start bin ich wieder fit", sagt Reimer und blickt auf das Eis – wie sein Trainer im kurzärmeligen Hemd.
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