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DEG Metro Stars: Zuschauerschwund - Das sagen die Fans

zuletzt aktualisiert: 30.11.2010 - 16:43

Die stetig sinkenden Zuschauerzahlen bei den DEG Metro Stars in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) bewegen die Leser bei rp-online, die sich mit diesem Thema kritisch auseinandersetzen. Für viele ist die DEL der Hauptschuldige an dem Dilemma, manche sehen die DEG-Fans in der Bringschuld, andere wiederum kritisieren das DEG-Management. Den Anstoß zu der Ursachenforschung der Leser gab der Kommentar von Georg Amend in der Rheinischen Post. Sehen sie hier die Meinungen der Leserschaft.

Die Fans der DEG diskutieren, warum der Zuschauerschnitt im ISS Dome stetig sinkt.  Foto: Siegfried Wensierski
Die Fans der DEG diskutieren, warum der Zuschauerschnitt im ISS Dome stetig sinkt. Foto: Siegfried Wensierski

Lieber Herr Amend, ihr Versuch in allen Ehren wieder Zuschauer in den ISS Dome zu locken. Haben Sie nicht die zahlreichen Artikel und Diskussionen hinsichtlich des Zuschauerschwunds der DEG mitbekommen. Da ging es doch nicht um attraktives Eishockey, sondern um so Probleme wie DEL, Anfahrt zum ISS Dome, Eintrittspreise etc.. Man kann doch nun nicht seitens der DEG erwarten, dass Fans denen man in den letzten Jahren viel zugemutet und teilweise vergrault hat, jetzt bei einem erst besten Lauf der Mannschaft den ungeliebten ISS Dome stürmen. (StB Markus Schmetz)

Die Außendarstellung bei der DEG stimmt nicht mehr. Zu meiner Zeit gab es einen Pressesprecher, der in Düsseldorf bekannt war wie ein bunter Hund,ein Tausendsassa im Brauchtum, Hansi war sein Name. Dieser Mann pflegte Kontakte zur Presse, damals noch Ulf May, Carlos Wanders, Michael Grixa, alle Namen fallen mir nicht mehr ein. Für jeden gab es immer eine besondere Geschichte, unter dem Siegel der Verschwiegenheit, manche Geschichten waren auch erfunden, aber man kaufte sich 3 Tageszeitungen, um was über die DEG zu lesen. Heute wird die DEG verwaltet, gibt es noch den Pressetisch in der Altstadt, das Gänseessen mit der Presse und die Schiffstour mit den Spnsoren? Die Presse war immer mit eingebunden in die große Familie DEG, wie ist es heute? Sicherlich mag es auch am Dome liegen, an den Verkehrsverbindungen dorthin, aber die DEG hatte damals vom Vorstand bis hin zu den ehrenamtlichen Helfern ein großes Herz. Da hat sich einiges geändert, leider nicht zum Vorteil. Schade. (franki03)

Wie oft soll die Eishockeymisere noch diskutiert werden? In einer DEL, in der es keinen sportlichen Auf- und Abstieg gibt, die einen Spielmodus hat, der erst in den letzten Spielen nach einer eher überflüssigen Vorrunde Spannung verspricht und dann auch noch dauernd Spiele gegen die gleichen Gegner bietet, ist kaum eine positive Zuschauerentwicklung möglich. Die in klimatisierten Hallen mit ihren viel zu hohen Eintrittspreisen und die amerkanisierten Popcorn-Shows und die viel zu laute Werbebeschallung, die Fangesänge nur unterdrücken, geben einem den Rest. Die DEG tut mir leid. Düsseldorf war einmal eine echte Eishockeybastion. Auch Länderspiele wurde vornehmlich hier ausgetragen, weil selbst diese von mehr und lauteren Fans besucht wurden, als anderswo. Die DEL hat dem deutschen Eishockey einen großen Schaden zugefügt. Vielleicht muß erst der große Knall kommen, bevor ein Neuanfang diesen tollen Sport in Deutschland rettet. (deejay)

Es liegt an der DEL! Wie oft wurde in den vergangenen zehn Jahren der Modus der Liga geändert? Jedes Jahr? Meistens kein Auf-/Abstieg - was eine katastrophale Entscheidung ist. Ab und zu dann doch mal, um wieder aufzufüllen. Wer soll das verstehen? Dann gab es früher die Playoffs. In Ordnung. Jetzt haben wir Pre-Playoffs mit anschließenden Playoffs. Playdowns haben wir nicht (mehr). Man spielt mehr Spiele als die Fußballbundesligisten, um am Ende einen Platz in den Playoffs oder den Pre-Playoffs zu haben. Und nur Vereine, die im Fußball absteigen würden, sind nach dieser langen Runde ganz raus - verbleiben aber in der Liga. Den Sinn von so vielen Spielen nur für die Ausgangsplatzierungen in den Playoffs (um es auf die Spitze zu treiben), kann man niemanden erklären, der nicht eingefleischter Eishockey-Fan ist. Und selbst ein solcher hat kaum Verständnis dafür. Von dieser seltsamen ''gegen die meisten Gegner spielt man viermal, gegen einige aber nur zweimal''-Regel nach hochkomplizierten und zudem unlogischen Prinzip mal gar nicht zu sprechen. Und seit es die DEL gibt, kann man die Spiele nur im Bezahlfernsehen schauen. Früher konnte man die Bundesliga-Spiele auch im öffentlich rechtlichen TV sehen. Das ist ein riesiger Unterschied! Damals stand Eishockey also noch etwas im Rampenlicht, wurde in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Die DEL hat dafür gesorgt, dass Eishockey ein Nischenprodukt im abgeschlossenem Raum ist. (Kjell H.)

Über diverse Entwicklungen im Eishockey sowie bei der DEG im spezifischen muss man nicht mehr schreiben, die wurden bereits hinglänglich and richtig erörtert. An dieser Stelle möchte ich doch auch einmal das Verhalten sogenannter DEG Fans kritisieren. Solang der Großteil der Fanszene nicht die Neuzeit akzeptiert und weiterhin jammernd der Brehmstr. nachtrauert, wo man 30 Jahre auf dem selben Platz stand, solange wird es auch nicht aufwärts gehen. Leider übernimmt da nicht wie bei Fortuna eine neue junge Generation mit frischen Ideen das Ruder, dafür sind die Leute dort zu sehr in der Minderheit und noch weniger gut angesehen als bei manchen Fortuna-Fan die Ultras. Da werden potentielle Neukunden bei Spielen gegen Köln (wo sich doch jeder mal freuen könnte, dass es endlich voll ist) wie vor Urzeiten an der ausverkauften Brehmstrasse mit Häme und Missgunst empfangen, werden mit Bier beschüttet oder auffallend „geschubst“ und respektlos beschimpft. So schadet man dem Verein, zumal es diesen Idioten wohl wichtiger ist mit 3000 Gähnern im Dome zu stehen, als mit 8-10000 Leuten. Mir taten diejenigen leid, die sich beim letzten Kölnspiel 1:30/1:00 h vor Spielbeginn auf freien Plätzen eingefunden haben und sofern nicht direkt verjagt, während des Spieles malträtiert worden sind von dämlichen Herren und Damen die sich wohl noch immer das beste Publikum der Welt schimpfen, aber selbst beim Altbierlied den Mund nicht aufkriegen. (SH 73)

Neben der unwürdigen DEL-Konstruktion sind es als wichtigster Grund in Düsseldorf die fehlende Identifikation mit dem Verein (jahrelang vom Mänädschment kräftig heruntergewirtschaftet) und so manche Kleinigkeit drum herum. Ein Beispiel: Gegen Ingolstadt wollte ich Tickets per EC-Karte kaufen. Am einzigen Schalter (Klein-Krefeld hat z.B. alle Schalter mit dieser Möglichkeit ausgetstattet) in kurzer Schlange laaaange wartend fragten wir nach dem Hallenplan, um einen Platz auszuwählen. ''Haben wir nicht'', war die lapidare Antwort. Auf die Frage, ob es denn eine Broschüre oder irgendetwas anderes mit einem Hallenplan gibt, kam wieder nur lapidar: ''Nee, das ist zu Zeit alles vergriffen.'' Wir konnten uns ein Schmunzeln nicht verkneifen, kauften aber im Oberrang-abgehangenen Dome trotzdem die Karten. Semiprofessionell, dachte ich eine Woche lang, aber als ich gestern das Spiel gegen Nürnberg sehen wollte, begrüßte mich das gleiche Szenario. Kein Hallenplan hängt am einzigen EC-Kartenschalter, keine Broschüre zur Auswahl eines Tickets war vorhanden. Ganz klar: das hat mit Semiprofessionalität nur noch wenig zu tun, das ist laienhaft. Ausgerechnet dort, wo Menschen (Kunden) sich für Tickets interessieren, fehlt Infomaterial. Wer aus dem Kreise der erlauchten Mänädscher dafür verantwortlich ist, kann ich nicht sagen, er sollte nur mal dringend zum Rapport. Und dieses Döneken ist nur ein weiterer Mosaikstein, der sich nahtlos an die anderen fügt (ÖPNV-Anbindung, antiseptische Systemgastroversorgung usw. usw.) und einen kräftigen Teil des Kundendesinteresse zu verantworten hat. Da helfen auch des Mänädschments Durchhalteparolen (ab November ist Eishockeywetter) keinen Deut weiter. Das Spiel war übrigens eines der interessanteren im DEL-Marathon, das locker 8.000 Zuschauer verdient gehabt hätte und über einen langen Zeitraum alles andere als entschieden war. Aber: Vergraulte Kunden wieder zurückzugewinnen benötigt einen knapp 9fach höheren Aufwand (inkl. Zeitkomponente), als Kunden zu halten. Die aus der Wirtschaft wohlbekannte Regel wird auch für Eishockeyfans gelten, mit denen eben nicht (gleich ob DEL oder DEG) gemacht werden kann, was manche Mänädscher (sich aus-)denken. (oldlindi)

Quelle: chk

 
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