Tennis: Der Magier macht Schluss
VON TINO HERMANNS - zuletzt aktualisiert: 08.08.2009 - 11:29Der französische Altmeister Fabrice Santoro gibt morgen (11 Uhr) im Tennis-Bundesligaspiel des Rochusclubs gegen Neuss seine Abschiedsvorstellung vor Düsseldorfer Publikum. Für die Neusser geht es noch um alles.
Abschiedsstimmung schwebt über dem Düsseldorfer Rochusclub. Morgen ab 11 Uhr wird das letzte Heimspiel in der Tennis-Bundesligasaison 2009 gespielt, der „Magier“ Fabrice Santoro wird dabei seine letzte Vorstellung vor dem Düsseldorfer Publikum geben. Zudem wird, wenn Rochusclub-Gegner TC Blau-Weiß Neuss nicht ganz gehörig aufpasst, sich der Gegner aus der Bel-Etage des nationalen Tennis verabschieden und den Gang in Liga zwei antreten.
„Für Neuss geht es ums sportliche Überleben, für uns um unsere Ehre“, bestätigt Rochusclub-Teamchef Detlev Irmler, dessen Mannschaft Tabellenvierter ist, aber noch auf Rang drei klettern möchte. Die Neusser trennt vor dem Derby nur das bessere Matchverhältnis von einem Abstiegsplatz. Den Kampf um den Klassenerhalt haben sie aber noch nicht aufgegeben. „Aus den beiden letzten Spielen gegen Düsseldorf und Mannheim wollen wir noch einen Sieg holen“, sagt BW-Teamchef Marc Raffel. Mit anderen Worten: Neuss wird sein bestes Team in den Rochusclub schicken.
Das weiß auch Irmler und hat vorgesorgt. In Fabrice Santoro (Weltrangliste 43), Evgeny Korolev (86), Alberto Martin (96), Pablo Andujar (124), Oscar Sabate Bretos (694) und Doppelspezialist Rogier Wassen (58) kann er eine starke Truppe auf die rote Asche schicken. Und Pere Riba-Madrid könnte je nach Ausgang des Turniers in San Marino noch dazu stoßen.
Das Duell der rheinischen Rivalen ist ein Nachbarschaftsderby und hat schon deshalb einen besonderen Charakter. Aber nicht nur deshalb, denn die Düsseldorfer Fans des ungewöhnlichen Spiels, der unerwarteten Schläge und des unvergleichlichen Ballgefühls kommen zum letzten Mal auf ihre Kosten. Santoro, vom ehemaligen Tennis-Branchenführer Pete Sampras als „Magier“ auf dem Platz bezeichnet, wird dem internationalen Tennis-Zirkus zum Jahresende Adieu sagen. Der 36-jährige Franzose, dessen Markenzeichen die beidhändig geschlagene Vor- und Rückhand ist, wird vom Rochusclub, für den er drei Jahre in der Bundesliga spielte, gebührend verabschiedet. „Fabrice will in Topform zu uns kommen und ein großes Abschiedsspiel bieten“, erklärt Irmler. Er hofft, dass seine in Auftrag gegebene kleine Abschiedsüberraschung noch rechtzeitig eintrifft.
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