Football: Die Zeit nach Rhein Fire
zuletzt aktualisiert: 01.10.2007 - 09:01Gestern wurde das Football-Unternehmen in der LTU-Arena offiziell aufgelöst. Wie sieht die Zukunft der Angestellten aus? Die Rheinische Post fragte nach. Geschäftsführer Sammy Schmale bekommt sein Gehalt zunächst weiter von der Liga.
„Sammy Schmale, Rhein Fire“, mit diesen Worten meldete sich gestern noch der 38-Jährige am Telefon. Ab heute wird und darf er den Zusatz „Rhein Fire“ nicht mehr benutzen. Denn nach der Bekanntgabe des sportlichen Endes der National Football League (NFL) Europa Anfang Juli wurden gestern offiziell die sechs Unternehmen mit den Firmen-Sitzen in Düsseldorf, Köln, Hamburg, Berlin, Frankfurt und Amsterdam aufgelöst. Die Fire-Geschäftsstelle in der LTU-Arena (elf Räume, plus Küche und WC, etwa 450 Quadratmeter) wurde am vorigen Freitag leer und besenrein wieder an die LTU-Arena übergeben. Das Kapitel Rhein Fire ist damit endgültig abgeschlossen.
Schmale war ein Mann der ersten Stunde, seit der ersten Saison 1995 dabei, und zwar zunächst als Operation Director und zuletzt drei Jahre als Fire-Geschäftsführer, als erster Mann am Standort Düsseldorf. Sein Vertrag mit der NFL läuft jedoch noch über den 30. September hinaus. Noch „deutlich länger“ (so Schmale) wird er als Angestellter in dieser Position bezahlt. „Eigentlich habe ich jetzt ein Luxus-Problem, denn ich habe genug Zeit, um alle Optionen sorgfältig zu prüfen.“ Schmale hat vor seiner Zeit bei den Football-Profis Sportwissenschaften studiert. „Ich suche eine neue Herausforderung und möchte beruflich gern im professionellen Sport bleiben.“
Ähnlich stellt sich die Situation für Tom Aust dar. Auch der 37-Jährige war nach seinem Sport-Studium in allen 13 Fire-Spielzeiten mit dabei (unter anderem in der Ticket-Abteilung und zuletzt als PR-Assistent). Sein Vertrag endet allerdings bereits am 30. November. Und wie Schmale will auch Aust weiter in einem professionellen Sport-Unternehmen sein Fachwissen einbringen. „Ich kenne mich in zehn, elf Sportarten bestens aus.“ Zurzeit ist er freier Mitarbeiter im Bereich Öffentlichkeitsarbeit in der neu gegründeten Agentur „Fire Agency“, mit deren Hilfe sich die ehemaligen Fire-Cheerleader „Pyromaniacs“ mit diversen Auftritten selbst vermarkten wollen.
Markus Müller (insgesamt acht Jahre bei Fire, zuletzt als PR-Director und drei Jahre stellvertretender Geschäftsführer) ist nach eigenem Bekunden ab dem heutigen 1. Oktober „offen für Angebote auf dem freien Markt“. Der 43-Jährige ist Redakteur und PR-Fachmann. Und auch er will in dieser Branche tätig bleiben.
Schon im Einsatz in eigener Sache war gestern der gebürtige Düsseldorfer Andreas Motzkus, der Bilder (aus Öl auf Leinwand) aus seiner Sport-Galerie beim Heimspiel der DEG präsentierte. Demnächst (voraussichtlich noch im Oktober) wird der 40-Jährige unter der Firmierung „Art of Sport“ mit einer Vernissage eine Kunst-Galerie im Düsseldorfer Hafen eröffnen. Motzkus, der das Footballspiel bei den Panthern lernte, war bereits 1991 bei Birmingham Fire in den USA, 1992 bei Frankfurt Galaxy und in den Jahren 1995 und ’96 bei Fire aktiv. Danach hat er sich im Event-Bereich bewährt und baute bei Fire die Merchandising-Abteilung von der Pike an mit auf. Sein Vertrag mit der Liga läuft ebenfalls am 30. November aus. Angst vor einer Zeit ohne Beschäftigung hat er nicht: „Ich verfüge über viele Kontakte.“
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